Soziale Stadtentwicklung durch Kreativität von Bürgern – ostseeweit

Im Ostseeraum wird mit Bürgerbeteiligung zur Stadtentwicklung experimentiert


Wie können wir unsere lokalen Nachbarschaften mit mehr Leben füllen und damit sozialen Problemen vorbeugen? Das fragen sich derzeit Akteure in vielen Städten – nicht nur in Kiel. Im von der IB.SH verwalteten EU- Förderprogramm Interreg Baltic Sea Region läuft seit Anfang 2019 das internationale Projekt UrbCulturalPlanning, das sich mit dieser Frage befasst. In dem Projekt sollen Methoden ausprobiert werden, wie Behörden und Bürger gemeinsam Ideen für kreative Räume entwickeln und umsetzen können bzw. wie Städte Bürgern mehr Raum für Eigeninitiativen geben können. 14 Partnerorganisationen aus neun Ländern starten bis Juni 2021 verschiedenste Initiativen und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Hauptstädte wie Kopenhagen, Riga und Vilnius sind dabei aber auch mittelgroße Städte wie Kiel und das finnische Pori. Knapp 2 Millionen Euro Fördermittel der EU, Norwegens und Russlands stehen den Partnern zur Verfügung, um Aktionen vor Ort zu finanzieren, die Fallbeispiele systematisch zu beschreiben und gemeinsam auszuwerten.

Gaarden und die Wik sind die Experimentierräume in Kiel

In Kiel beteiligen sich gleich mehrere Partner: die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und die Projektgesellschaft Kiel-Gaarden sowie die Stadt Kiel. Projektarbeiten finden u. a. in enger Zusammenarbeit mit der Muthesius-Kunsthochschule sowie mit diversen Museen und künstlerischen Einrichtungen in Kiel statt.

Anfang Juli fand in Kiel bereits die erste Konferenz zu Baltic UrbCulturalPlanning statt. Auf der dreitägigen öffentlichen Veranstaltung mit Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Stadtrundgängen war zu erleben und zu spüren, wie durch künstlerisches und kulturelles Handeln ein urbaner Wandel ausgelöst werden kann.

Praxisbeispiele in Kiel sind vor allem lokale Foren und Aktivitäten in der Wik und in Gaarden – einerseits zum Thema Stadtplanung im Spagat zwischen der Konversion des Anschargeländes und dem traditionellen Wiker Wohnbezirk, andererseits die Stadtentwicklung im Multikultibezirk Gaarden-Ost.

In den Foren geht es u. a. darum, lokale Aktionsbündnisse oder soziale und kulturelle Einrichtungen auf die Arbeit mit Kulturplanungsmethoden vorzubereiten. Zu den Aktivitäten gehören Stadtteilfeste, Kultur- Bildungs-, Sport- und Spielangebote. Während in der Wik der fortschreitenden Gentrifizierung (sozioökonomischer Strukturwandel mit Austausch ganzer Bevölkerungsgruppen) Einhalt geboten werden soll, soll in Gaarden das negative Image des Stadtbezirkes verändert werden. Hier und in insgesamt zehn anderen Städten werden übertragbare Beispiele für soziale Innovation und inklusive Stadtplanung entwickelt.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es in der Project Library des Ostseeraumprogammes.

Mehr Informationen zu Interreg Baltic Sea Region

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Matthias Günther

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Dr. Gabriele Andersen

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