Zuschüsse treiben geförderten Mietwohnungsbau an

IB.SH legt Zahlen für den Norden und Westen des Landes vor


Der geförderte Mietwohnungsbau im Norden und Westen Schleswig-Holsteins kommt in Schwung. Das geht aus der Förderstatistik der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) für die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Schleswig-Flensburg sowie die Stadt Flensburg hervor. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden Fördermittel in Höhe von 46,6 (Vj. 6,7) Millionen Euro für den Mietwohnungsbau in dieser Region bewilligt oder reserviert. Die Mittel sind fast ausschließlich für Projekte in Flensburg (35,8 Millionen Euro) und in Westerland auf der Insel Sylt (10,1 Millionen Euro) vorgesehen.

"Die Zahlen verdeutlichen: Der neu eingeführte Zuschuss, der im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung des Landes für den Neubau von Mietwohnungen gewährt wird, zeigt Wirkung", sagte der Vorstandsvorsitzende der IB.SH, Erk Westermann-Lammers. In Verbindung mit den Baudarlehen der Sozialen Wohnraumförderung können Investoren seit März dieses Jahres zur Sicherung der angemessenen Wirtschaftlichkeit ihrer Neubauvorhaben einen Investitionszuschuss in Höhe von 250 Euro je Quadratmeter geförderter Wohnfläche beantragen. Dafür stehen bis Ende 2018 zusätzlich 34 Millionen Euro zur Verfügung. "Die Zuschüsse verstärken den Anreiz für Investoren, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen", so Westermann-Lammers.

Mietwohnungsbau-Projekte (Beispiele)

In Flensburg (Hesttoft 74, 74a, 76) plant die Selbsthilfe-Bauverein eG für 3,2 Millionen Euro 21 Wohnungen, von denen 12 gefördert werden und deshalb zu einem reduzierten Mietpreis an Berechtigte vermietet werden müssen. Dafür wurden zinsreduzierte Förderdarlehen in Höhe von 1,3 Millionen Euro sowie ein Investitionszuschuss in Höhe von rund 170.000 Euro reserviert. Das Kellergeschoss ist bereits fertiggestellt.

In Westerland (Königstraße 2, 4, 6) baut die Gemeinde Sylt in drei Gebäuden 72 geförderte Mietwohnungen für 16,3 Millionen Euro. Dafür wurden Förderdarlehen von 9,5 Millionen Euro und Investitionszuschüsse von rund 620.000 Euro reserviert. Bei einem Gebäude ist schon das 2. Geschoss im Bau.

Rückblick

Im Jahr 2016 flossen in den Norden und Westen des Landes insgesamt Fördermittel der IB.SH in Höhe von 548 (Vj. 443) Millionen Euro. Zu der Steigerung hat auch der Breitband-Ausbau beigetragen. "Mehrere Breitbandprojekte in der Region sind im Jahr 2016 in einen neuen Bauabschnitt gestartet, so dass weitere Förderdarlehen fällig wurden und ausgezahlt wurden", erklärte Erk Westermann-Lammers.

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung flossen 2016 110 (Vj. 117) Millionen Euro in die Region, davon 18 (Vj. 17) Millionen Euro nach Dithmarschen, 37 (Vj. 30) Millionen Euro nach Nordfriesland und 17 (Vj. 10) Millionen Euro nach Flensburg. Im Kreis Schleswig-Flensburg gab es einen Rückgang auf 52 (Vj. 68) Millionen Euro. "Das heißt nicht unbedingt, dass die Wirtschaft weniger investiert hat; vielmehr wirkt sich hier aus, dass der Mittelstand eine stärkere Innenfinanzierungskraft aufgrund der guten Konjunktur gewonnen hat", erklärte Westermann-Lammers.

Bei der Förderung von Unternehmensgründungen bleibt der IB.SH Mikrokredit ein Erfolgsschlager. Der Mikrokredit unterstützt Existenzgründerinnen und Existenzgründer mit Summen zwischen 3.000 und 25.000 Euro. Im Norden und Westen hat die IB.SH 2016 auf diesem Weg 18 (Vj. 14) Existenzgründungen ermöglicht (Dithmarschen 7, Nordfriesland 8, Flensburg 3, Schleswig-Flensburg 0).

Im Bereich Arbeitsmarkt- und Strukturförderung lag 2016 ein deutlicher Schwerpunkt auf der Fortbildung. Aus Meister-BAföG wurde Aufstiegs-BAföG. Seit der Gesetzesnovelle gibt es deutliche Leistungsverbesserungen. Der Zuschussanteil wurde erhöht, der förderfähige Personenkreis erweitert (z.B. um Studienabbrecher und Abiturienten) und die Förderwege wurden entbürokratisiert. Im Norden und Westen des Landes wurden 1.208 (Vj. 653) Aufstiegsmaßnahmen gefördert, davon allein 511 im Kreis Schleswig-Flensburg. "Volle Auftragsbücher der Unternehmen, die Digitalisierung und der demografische Wandel hinterlassen Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften steigt. Qualifizierung hat Hochkonjunktur", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Seit April 2015 betreibt die IB.SH im Auftrag des Landes die Spendenplattform WIR BEWEGEN.SH. Im Jahr 2016 wurden 84 ehrenamtliche Spendenprojekte aus dem ganzen Land veröffentlicht. Die erzielte Erfolgsquote von 76 Prozent ist überdurchschnittlich hoch. Insgesamt wurden in den ersten zwei Jahren über 200.000 Euro auf der Plattform gespendet.

Beispiel eines erfolgreichen Spendenprojekts auf WIR BEWEGEN.SH

Projekt: Mobile Beschallungsanlage für Pfadfinder in Harrislee
Bedarf: 1.000 €, 1.130 € erreicht (113 %)
Link: https://www.wir-bewegen.sh/project/mobile-beschallungsanlage-fr-pfadis-in-harrislee
Projektstarter: Finn Lützler
Organisation: Pfadfinderstamm Polarstern
Website: http://www.pfadfinder-harrislee.de

Ausblick:

Im Jahr 2017 wird bei guter Konjunkturlage und weiterhin niedrigen Zinsen die starke Nachfrage nach Förderfinanzierungen mit langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen anhalten.

Folgende Schwerpunkte in der Geschäftstätigkeit der Förderbank zeichnen sich in diesem Jahr ab:

  • bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen
  • Existenzgründungen und -übernahmen im Zuge der Nachfolge-Problematik ermöglichen
  • den digitalen Wandel vorantreiben

Die zusätzlich zu Förderdarlehen gewährten Zuschüsse sorgen dafür, dass die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus auch im Niedrigzinsumfeld attraktiv bleibt.

Zur Lösung der Nachfolge-Problematik sollen die Aktivitäten rund um das neue Produkt "Gründung und Nachfolge" gemeinsam mit der Bürgschaftsbank weiter intensiviert werden. Über die Hausbanken werden hierbei zinsgünstige Darlehen von 25.000 bis 500.000 Euro an Enddarlehensnehmer vergeben und mit einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft abgesichert.

Außerdem vergibt die IB.SH 2017 erstmals einen Unternehmerinnenpreis. Frauen gestalten das Wirtschaftsgeschehen immer noch nicht entsprechend ihrer Qualifikation und Potenziale mit und sollen durch den Preis motiviert werden. "Die Ausschreibung ist mit 107 Bewerbungen auf große Resonanz gestoßen. Die Jury hat drei Kandidatinnen nominiert. Die Preisträgerin wird am 23. Juni in Lübeck geehrt", sagte Westermann-Lammers.

Die Unterstützung des digitalen Wandels in Schleswig-Holstein reicht von der Beratung über Darlehen bis zu Zuschüssen. Die IB.SH-Förderlotsen helfen dabei, die passende Förderung zu finden. Die Angebote zur Unterstützung der Digitalisierung wurden im Internet auf der Sonderseite http://www.ib-sh.de/digital zusammengefasst. Um einen Überblick über den Grad und die Bedeutung der Digitalisierung im schleswig-holsteinischen Mittelstand zu erhalten, hat die IB.SH eine speziell konzipierte Umfrage durchgeführt.

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Matthias Günther

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Dr. Gabriele Andersen

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