Wenzel Hablik im Landeshaus

Vernissage zieht viele Besucher an


Seit heute (Mittwoch) zeigen der Landtag und die IB.SH ihre zwölfte und letzte gemeinsame Kunstausstellung der im Mai endenden Legislaturperiode: Das Wenzel-Hablik-Museum ist zu Gast im Landeshaus und rief mit rund 350 Besuchern bereits bei der Vernissage am Abend großes Interesse hervor. Parlamentspräsident Klaus Schlie, der die Ausstellung eröffnete, bezeichnete Hablik als Teil "unseres positiven Erbes, im künstlerischen wie auch im gesellschaftlichen Sinne".

Wenzel Hablik, der 1934 starb, sei ein Künstler, der "mit seinem Werk, mit seiner Wandelbarkeit und seiner Formensprache für eine Zeitspanne steht, in der in Deutschland sehr vieles möglich war", betonte Schlie. Deutschland habe damals eine Zeit lang im Mittelpunkt des weltweiten künstlerischen Interesses gestanden – "durch Künstler wie Wenzel Hablik, die hier ihre Entfaltungsmöglichkeiten suchten und fanden". Habliks Werke seien heute noch gültige Botschaften, die daran erinnerten, dass Offenheit, Unvoreingenommenheit und Experimentierfreude wichtig für die individuelle und die gesellschaftliche Entwicklung seien, sagte der Landtagspräsident.

Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) Erk Westermann-Lammers blickte Landtagspräsident Schlie auf die gemeinsame Reihe Kunst aktuell im Landeshaus zurück. Schlie bezeichnete sie als "besonderes Konzept, das der Landtag und die Investitionsbank den Bürgerinnen und Bürgern seit vielen erfolgreichen Jahren bietet". Im Vordergrund der Reihe stehen Museen, Sammlungen oder andere Institutionen, die moderner und aktueller Kunst Raum bieten. Das sei ein erfrischender Perspektivwechsel, so Schlie, "eine Wertschätzung von Kunst und Künstler, aber eben auch eine Wertschätzung derjenigen, die sich oft jahrelang um die Sammlung, Erschließung, den Erhalt und vor allem die Vermittlung von Kunst in unserem Land verdient gemacht haben".

Ein Konzept, das aufgegangen sei, hob auch Erk Westermann-Lammers hervor. "Die erfreulich hohen Besucherzahlen der Eröffnungsveranstaltungen belegen das große Interesse und die Akzeptanz, die die Reihe gefunden hat." Mehr als 3.500 Gäste nahmen in den vergangenen vier Jahren an den Ausstellungseröffnungen oder Begleitveranstaltungen im Landtag teil.

Die Präsentation der Werke Habliks und seiner Frau Elisabeth Hablik-Lindemann bilde "einen fulminanten Abschluss", unterstrich der Vorstandsvorsitzende der IB.SH. Zu verdanken sei dies dem Wenzel-Hablik-Museum, das über die wohl umfangreichste Sammlung an Werken des vielseitig begabten Künstlers und seiner Frau verfüge. Darüber hinaus habe das Museum „durch kontinuierlichen Einsatz, hohes ehrenamtliches Engagement und viel Herzblut erreicht, dass uns Wenzel Hablik heute als eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten Schleswig-Holsteins präsent ist“.

Die ständige Ausstellung des Wenzel-Hablik-Museums präsentiert einen Querschnitt aus dem hablik’schen Gesamtkunstwerk und vermittelt mit Ölgemälden, Grafiken, zahlreichen Möbelensembles, kunsthandwerklichen Arbeiten, Kristall- und Muschelsammlungen sowie Textilarbeiten der Handweberei Hablik-Lindemann einen Einblick in alle Schaffensbereiche. Die Werke des Künstlers sind vom 1. März bis zum 2. April 2017 im Schleswig-Holsteinischen Landtag ausgestellt, Besucher müssen ihren Personalausweis mitbringen.

Der deutsch-böhmische Künstler Wenzel Hablik war Maler, Grafiker und Kunsthandwerker. Er gilt außerdem als einer der wichtigsten Vertreter der expressionistischen Architektur. Mit Mitte 20 fand Hablik in Itzehoe eine neue Heimat. Viele seiner Werke haben den Norden Deutschlands und insbesondere das Meer als beherrschendes Motiv. Zeit seines Lebens unternahm Hablik viele Reisen, darunter eine zehnmonatige Südamerikarundreise. 1934 starb er im Alter von 53 Jahren.

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