Unternehmen im Norden fehlt häufig Fachwissen zur Digitalisierung

Umfrage von IB.SH und UVNord


Den Unternehmen im Norden fehlt oft das nötige Fachwissen zur Digitalisierung. Das geht aus einer Umfrage der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) in Zusammenarbeit mit dem UVNord hervor. 61 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, fehlendes Know-how sei die größte Herausforderung bei der Digitalisierung. Entsprechend wünschen sich viele Unternehmen (44 Prozent) eine Förderung von Mitarbeiterqualifikationen. Die Finanzierung von digitalen Vorhaben ist dagegen nur für relativ wenige Unternehmen (15 Prozent) die größte Hürde.

„Die Umfrage greift ein überaus wichtiges Thema auf. Unsere Unternehmen dürfen den Anschluss an die Digitalisierung nicht verpassen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Denn die Digitalisierung ermöglicht es, Produkte und Dienstleistungen kostengünstiger anzubieten, sich eng mit Lieferanten und Kunden zu vernetzen und schnell auf Kundenwünsche zu reagieren. Sie erleichtert es, intelligente Vertriebskonzepte zu entwickeln und neue Kunden zu gewinnen", sagte UVNord-Präsident Uli Wachholtz.

„Die Unterstützung der Digitalisierung hat für uns eine herausragende Bedeutung – die Förderinstrumente dafür sind vorhanden", erklärte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse am 13.09.2017 in Rendsburg. „So können Mitarbeiterqualifikationen über den Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein gefördert werden. Für 2014 bis 2020 hat das Land dafür 7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, und es sind noch ausreichend Mittel vorhanden. Außerdem können über das Aufstiegs-BAföG Qualifizierungen im Bereich IT unterstützt werden. Insgesamt reichen die Leistungen der IB.SH zur Förderung der Digitalisierung von der Beratung über günstige Darlehen bis zu Zuschüssen. Unsere Förderlotsen helfen dabei, die passende Förderung zu finden."

Mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) wünscht sich eine Unterstützung bei der Analyse von Digitalisierungspotenzialen. Hierfür kommen Zuschüsse z.B. für Unternehmensberatungen aus verschiedenen Förderprogrammen des Bundes infrage – auch hierüber beraten die IB.SH-Förderlotsen.

Bei der Umfrage gaben 71 Prozent der Unternehmen an, dass die Geschäftsleitung Treiber der Digitalisierung ist. „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, denn es zeigt, dass dieses wichtige Thema in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen ist und einen hohen Stellenwert genießt", sagte UVNord-Präsident Wachholtz.

Um die Digitalisierungsinfrastruktur in Schleswig-Holstein voranzubringen, fördert die IB.SH auch den Breitbandausbau: Die IB.SH hat schon 2008 das bundesweit erste Breitband-Darlehensprogramm einer Förderbank auf den Markt gebracht. Allein mit den Produkten Breitband-Förderdarlehen Kommunen und Breitband-Förderdarlehen Unternehmen wurden Mittel in Höhe von 200 Mio. Euro vergeben und Breitband-Investitionen in Höhe von 500 Mio. Euro in Schleswig-Holstein ausgelöst.

Die IB.SH hatte die Umfrage beim Unternehmertag 2017 des UVNord gestartet. „Die Vernetzung des Arbeitgeberdachverbandes und der großen Förderbank im Norden hat für uns eine große Bedeutung. Die Kooperation bei der Umfrage ist Bestandteil der guten und dauerhaften Zusammenarbeit von IB.SH und UVNord. Weitere Rahmenbedingungen werden darüber entscheiden, ob Wirtschaft und Gesellschaft Norddeutschlands die Digitalisierung zu unserem Wohle werden umsetzen können: Dazu gehört eine leistungsfähige IT-Infrastruktur mit einer flächendeckenden Gigabit-Versorgung, ein erstklassiges Bildungssystem, gerade im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, ein innovatives Finanzierungsumfeld, das über klassische Anlageinvestitionen hinausgeht, gemeinsame Normen, denn gerade Mittelständler brauchen reibungslos funktionierende Schnittstellen verschiedener Technologien und Standards für eine globale Vermarktung, und dazu gehören schließlich Rahmenbedingungen für das Arbeiten 4.0. Die betriebliche Praxis zeigt, dass das eindimensionale Arbeitszeitmodell, das dem Arbeitszeitgesetz zu Grunde liegt, nicht mehr in das Zeitalter der Digitalisierung passt", so Wachholtz.

Die Angebote der IB.SH zur Unterstützung der Digitalisierung sind im Internet auf der Seite  www.ib-sh.de/digital/ zusammengefasst.

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Matthias Günther

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