EU-Förderung im Ostseeraum: Internationale Tagung der IB.SH

EU-Förderung im Ostseeraum: Internationale Tagung der IB.SH

Über 300 Teilnehmer aus 14 Ländern diskutierten am 9. und 10.04.2019 in den Lübecker mediadocks über die Ergebnisse europäischer Zusammenarbeit im Ostseeraum.


Rund 283 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Interreg Baltic Sea Region wurden in den vergangenen fünf Jahren in 111 ostseeweite Projekte investiert. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die für die Verwaltung dieser Fördermittel zuständig ist, hatte Projektträger nach Lübeck eingeladen, um ihre Ergebnisse vorzustellen.  

„Ich freue mich sagen zu können, dass Projektpartner aus Schleswig-Holstein in der transnationalen europäischen Zusammenarbeit sehr aktiv sind und ihre Expertise beispielsweise für Life Sciences und Blaues Wachstum einbringen," eröffnete Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung Sabine Sütterlin-Waack die Konferenz und betonte: „Gleichzeitig profitieren wir vom Know-how anderer Länder, so von Estlands Erfahrungen mit der Digitalisierung, von Finnlands Expertise in der Bildung und von Polen in Bezug auf das kulturelle Erbe." Die mehr als 70 vorgestellten Projekte umfassen ein weites Themenspektrum – von der Kreislaufwirtschaft über saubere Schifffahrt bis hin zu international koordinierten Rettungseinsätzen auf See.

„Zusammenarbeit ist der einzige Weg, um die Ostsee sauberer und sicherer zu machen", sagte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers. „Wir sind stolz, dieses Förderprogramm bereits seit Beginn im Jahr 1997 zu unterstützen und streben eine Fortsetzung unserer Arbeit auch nach 2020 an", so Westermann-Lammers.

Denn: Es gibt viel zu tun rund um die Ostsee. Der fortschreitenden Verschmutzung der Ostsee durch Plastikmüll und Pharmazeutika soll Einhalt geboten werden. Phosphor aus Kläranlagen gefährdet weiterhin die Wasserqualität. Die Schifffahrt ist auf der Suche nach innovativen Treibstoffen und setzt die Häfen unter Druck, in Versorgungssysteme zu investieren. Transport und Tourismus produzieren ein stetig wachsendes Verkehrsaufkommen auf der Ostsee. Aber auch Off-Shore-Windparks und die Fischerei stellen Ansprüche, die gemeinsam geregelt werden müssen. Solche Herausforderungen machen nicht an nationalen Grenzen Halt.

Das EU-Förderprogramm Interreg Baltic Sea Region finanziert ostseeweite Kooperationen, damit die Ostseeanrainer gemeinsam Lösungen erarbeiten können.

Hintergrund

Interreg Baltic Sea Region wurde 1997 von der Europäischen Union eingerichtet. Als Teil der EU Regionalpolitik fördert Interreg Baltic Sea Region multilaterale Kooperationsprojekte im gesamten Ostseeraum. Behörden, Vereine und Verbände sowie Forschungseinrichtungen aus allen Ostseeanrainerstaaten bearbeiten gemeinsam Fragestellungen, die ostseeweite Lösungen erfordern. Die Europäische Union hat für die Förderperiode 2014-2020 dafür 283 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Auch Norwegen und die russische Föderation nehmen teil. Die IB.SH ist seit 1997 im Auftrag der Ostseeanrainer und der Europäischen Kommission für die Mittelverwaltung verantwortlich und stellt das Programmsekretariat in Rostock und Riga. Schleswig-Holstein ist ebenfalls im Nachbarprogramm North Sea Region aktiv.

Mehr Informationen: www.interreg-baltic.eu

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Matthias Günther

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Dr. Gabriele Andersen

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