IB.SH legt Zahlen für den Norden und Westen des Landes vor

2015-2018: Mehr als 900 neue bezahlbare Wohnungen


Mit einem Volumen von 519 (Vj. 574) Millionen Euro Fördermitteln hat die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) im Jahr 2018 die wirtschaftliche Entwicklung im Norden und Westen des Landes gezielt unterstützt. Das geht aus der Förderstatistik der IB.SH für die Stadt Flensburg sowie die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Dithmarschen hervor. Das Fördervolumen verteilt sich wie folgt: Flensburg 214 (Vj. 72), Schleswig-Flensburg 108 (Vj. 256), Nordfriesland 85 (Vj. 162) und Dithmarschen 112 (Vj. 84) Millionen Euro. Landesweit lag das Fördervolumen der IB.SH bei 2,2 (Vj. 2,3) Milliarden Euro. Die Gelder fließen in die Wohnungsbauförderung, die Förderung von Wirtschaft und Landwirtschaft, die Kommunalförderung sowie die Arbeitsmarkt- und Infrastrukturförderung. 

Wohnungsbauförderung

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Dementsprechend gewichtig ist die Mietwohnungsbauförderung.

 „Von 2015 bis 2018 hat die IB.SH für 913 Wohnungen im Norden und Westen eine Förderzusage erteilt – bei einem Fördervolumen von 104 Millionen Euro. Damit haben wir die Förderperiode 2015-2018 erfolgreich abgeschlossen“, sagte Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der IB.SH bei der Vorstellung der Zahlen heute (14.05.2019) in Flensburg. Von den 913 Wohnungen entfallen auf Flensburg 594, auf den Kreis Nordfriesland 255, den Kreis Schleswig-Flensburg 54 und den Kreis Dithmarschen 10. 

In Nordfriesland liegen die Wohnungen in Husum, St. Peter-Ording und auf Sylt, in Schleswig-Flensburg in Schleswig und Harrislee, in Dithmarschen in Büsum. Dort sowie in Flensburg gibt es großen Bedarf an günstigem geförderten Wohnraum. Entsprechend nutzen Kommunen und Investoren die Fördermöglichkeiten, die durch die Verbesserung der Förderbedingungen, insbesondere das zusätzliche Zuschussprogramm (250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche seit März 2017) noch deutlich attraktiver geworden sind. 

Förderbeispiele

In Flensburg-Südstadt, Rude 1-21, wird der Selbsthilfe Bauverein Flensburg (SBV) bis zum Jahr 2022 insgesamt 115 Wohnungen in drei Bauabschnitten errichten. 

  • Im ersten Bauabschnitt hat der SBV mit dem Bau von 31 geförderten Wohnungen für 4,5 Millionen Euro begonnen und dafür durch die IB.SH ein Förderdarlehen von rund 3,3 Millionen und einen Zuschuss über 400.800 Euro bekommen. Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt 55 Wohnungen für rund 9,8 Millionen Euro entstehen.
  • Im zweiten Bauabschnitt wird der SBV 15 geförderte Wohnungen für rund 2 Millionen Euro bauen und hat dafür durch die IB.SH ein Förderdarlehen von 1,6 Millionen und einen Zuschuss über 194.400 Euro bekommen. Insgesamt werden im zweiten Bauabschnitt 30 Wohnungen für rund 4,1 Millionen Euro entstehen.
  • Im dritten Bauabschnitt wird der SBV 11 geförderte Wohnungen für rund 1,8 Millionen Euro bauen und hat dafür durch die IB.SH ein Förderdarlehen von rund 1,4 Millionen Euro und einen Zuschuss über 175.700 Euro bekommen. Insgesamt werden im dritten Bauabschnitt 30 Wohnungen für rund 4,6 Millionen Euro entstehen.

Im Ortsteil Westerland , Königsberger Str. 4 + 6, baut die Gemeinde Sylt 48 geförderte Wohnungen (Fertigstellung 1.4.2019) für 11,2 Millionen Euro und hat dafür durch die IB.SH ein Förderdarlehen von 6,7 Millionen und einen Zuschuss von 409.400 Euro bekommen.

 

Auch für Eigentumsmaßnahmen hat die IB.SH Förderdarlehen zur Verfügung gestellt und im Norden und Westen des Landes im Jahr 2018 mit rund 55 Millionen Euro den Bau oder den Kauf von 751 Häusern oder Wohnungen gemeinsam mit den Hausbanken ermöglicht. In Flensburg verhalf die Förderbank damit 99 (Vj. 76) Familien zu Wohneigentum, im Kreis Schleswig-Flensburg 344 (Vj. 381), im Kreis Nordfriesland 102 (Vj. 187) und im Kreis Dithmarschen 206 (Vj. 174). Daneben wurden viele Sanierungen und Modernisierungen gefördert.

Die IB.SH hat die Schaffung von Wohneigentum im Norden und Westen außerdem gefördert, indem sie Darlehen von Banken und Sparkassen für den Bau oder den Kauf von Wohnungen oder Häusern in einem Volumen von 57,1 (Vj. 53,0) Millionen Euro refinanziert hat.

„Diese Eigentumsmaßnahmen entlasten den Mietwohnungsmarkt, denn wer in ein eigenes Haus oder in eine eigene Wohnung zieht, macht ja meist eine Mietwohnung frei“, sagte Westermann-Lammers.

Wirtschaftsförderung

Zu den derzeit bedeutenden Aufgaben der Wirtschaftsförderung der IB.SH zählt es, Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen zu unterstützen. Einer aktuellen Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung zufolge stehen in Schleswig-Holstein bis 2022 rund 5.400 Unternehmen zur Übergabe an! „Übernahmen sind das neue Gründen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die IB.SH hat dafür die passenden Förderangebote. Aber auch die Beratung durch die IB.SH spielt bei diesem Thema ein wichtige Rolle: Von den rund 1.700 Beratungsgesprächen, die die IB.SH Förderlotsen im Jahr 2018 führten, betrafen fast 800 Gründungen oder Unternehmensnachfolgen. Davon waren wiederum 45 Prozent der Beratenen Frauen. 

Ein wesentlicher Beitrag in der Nachfolge-Thematik könnte darin liegen, mehr Frauen für eine Selbstständigkeit zu gewinnen. Schließlich können sich immer mehr Frauen eine Zukunft als Unternehmerin vorstellen. 2017 hat die IB.SH erstmals den IB.SH-Unternehmerinnenpreis verliehen, um Vorbilder sichtbar und anderen Frauen Mut zur Selbstständigkeit zu machen. Am Freitag dieser Woche wird der Preis zum zweiten Mal verliehen. Erstmals wird zusätzlich eine vorbildliche Gründerin als IB.SH-Newcomerin ausgezeichnet.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld in diesem Bereich ist auch die Qualifizierungsförderung (Aufstiegs-BAföG). Hier setzte sich 2018 der positive Trend fort: Die bewilligten Mittel betrugen landesweit erneut mehr als 26 Mio. Euro. Im Norden und Westen stieg die Zahl der geförderten Maßnahmen. In Flensburg wurden 164 (Vj. 151) Maßnahmen gefördert, in Schleswig-Flensburg 622 (Vj. 573), in Nordfriesland 306 (Vj. 268) und in Dithmarschen 330 (Vj. 298). „Die Bedeutung von Qualifizierung wächst vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels“, erklärte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende. Insgesamt flossen in der Region 65 (Vj. 67) Mio. Euro in die Arbeitsmarkt- und Infrastrukturförderung.

Eine besondere Aufgabe sieht die IB.SH in der Unterstützung der Digitalisierung. „Die digitale Transformation eröffnet große Chancen in Schleswig-Holstein für mehr Lebensqualität, neue Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften“, sagte Westermann-Lammers. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen seien digitale Kompetenzen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, erklärte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende. Die Förderbank unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung auf vielfältige Art und Weise – mit Beratung durch die IB.SH Förderlotsen, mit Zuschüssen wie dem Weiterbildungsbonus, mit Eigenkapital-Produkten und mit Konsortialdarlehen gemeinsam mit Hausbanken. Um Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit zur Information und zur Vernetzung zu eröffnen, veranstaltet die IB.SH unter anderem Digitalisierungsforen. Das erste IB.SH Digitalisierungsforum fand im Mai 2018 in Flensburg statt. 

Die IB.SH

Zum 31.12.2018 beschäftigte die IB.SH 617 (Vj. 596) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 25 (Vj. 25) Auszubildende und Trainees. In der Vision „Miteinander. Mehr erreichen. Für unser Land" fokussiert sich die strategische Ausrichtung der IB.SH. Nachhaltiges Handeln in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht ist ein Leitgedanke der Geschäftsstrategie und damit wesentliches Kriterium für geschäftspolitische Entscheidungen. Die IB.SH erfüllt den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

Der Geschäftsbericht für das Jahr 2018 weist erstmals eine Bilanzsumme von mehr als 20 Milliarden Euro aus. Der Zinsüberschuss stieg auf 121 (Vj. 108) Mio. Euro und übertraf damit nochmals das gute Vorjahresniveau. Die Aufwendungen stiegen in Folge von Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie steigender Kosten für die Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorgaben und den Ausbau der Digitalisierung. In Summe stiegen die Aufwendungen auf 69 (Vj. 65) Mio. Euro.

 

Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung stieg damit auf 69 (Vj. 62) Mio. Euro. Es wird mit Ausnahme des Jahresüberschusses von 3 Mio. Euro nahezu vollständig für Maßnahmen zur Stärkung der aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmittel und der Risikotragfähigkeit eingesetzt. Die Gesamtkapitalquote beträgt solide 19,5 (Vj. 19,3) Prozent. Damit ist die wirtschaftliche Lage der IB.SH stabil und geordnet. Die Bank kann ihre Förderfähigkeit nachhaltig gewährleisten und den wachsenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben und weiteren Investitionen in Digitalisierung auch zukünftig entsprechen.

Ausblick

Für 2019 wird allgemein ein abgeschwächtes Wirtschaftswachstum auf weiterhin hohem Niveau erwartet. Die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU sind noch nicht genau abschätzbar. Allerdings ist mit Einbußen im Handel zu rechnen. Bei weiterhin niedrigen Zinsen wird die ausgeprägte Nachfrage nach Förderfinanzierungen mit langen Laufzeiten und Zinsbindungen anhalten. 

Folgende Schwerpunkte zeichnen sich ab:

  • bezahlbarer Wohnraum für alle bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
    • 2. Förderweg (höhere Fördermiete, höhere Einkommensgrenzen der Mieter): Förderquote wird von 60 auf bis zu 85 % angehoben (wie im 1. Förderweg), es müssen aber bei einem Projekt immer Wohnungen auch auf dem 1. Förderweg gebaut werden (geplant)
    • Zuschuss für Bau von geförderten Wohnungen (wie bisher nur 1. Förderweg) wird pro qm von 250 Euro um bis zu 125 Euro erhöht (geplant), Förderdarlehen + Zuschuss dürfen die Förderhöchstquote von 85 % nicht überschreiten
  • Unternehmensnachfolgen benötigen Begleitung und Unterstützung
  • Innovationen und der digitale Wandel brauchen flankierende Förderung

Mit dem Geschäftsergebnis 2018 ist die IB.SH sehr zufrieden. Die Zahlen der ersten Monate im Jahr 2019 zeigen eine annähernd gleiche Nachfrage nach Fördermitteln wie im Vorjahr. „Wir sind für unsere Aufgaben gut gerüstet und werden uns weiterhin durch Verlässlichkeit und Kreativität auszeichnen“, sagte Westermann-Lammers.

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Matthias Günther

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