Genossenschaften bieten zukunftsweisende Lösungen für lebenswerte ländliche Räume in Schleswig-Holstein

Fachleute und Politik diskutieren über genossenschaftliche Lösungen für lebenswerte und leistungsfähige ländliche Räume.


Gemeinsam soll das volle Potenzial von Genossenschaften für Schleswig-Holstein ausgeschöpft und der Dialog vorangebracht werden.

Kiel. Wie lässt sich das von einer Schließung bedrohte Hallenbad fortführen? Was kann die Gemeinde tun, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zum Gelingen der Energiewende beizutragen? Wie können wir eine leistungsfähige medizinische Versorgung erhalten? „Bei diesen Fragen kann die Genossenschaft eine geeignete Organisationsform sein. Aus meiner Sicht sind Genossenschaften aufgrund ihrer Transparenz, demokratischen Mitbestimmung und der breiten Beteiligungsmöglichkeit für den Einsatz auf kommunaler Ebene geradezu prädestiniert“, so der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbands Ralf.W. Barkey in seinem Eingangsstatement.

Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der IB.SH erklärte: „Die genossenschaftliche Idee ist heute wieder ebenso aktuell, wie zu Schulze-Delitzschs oder Raiffeisens Zeiten - auch, weil sie sich breit und vielfältig mit Leben füllen lässt. Als Förderbank unterstützen wir das genossenschaftliche Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wir engagieren uns für nachhaltig tragfähige Strukturen im ländlichen Raum. Hier können Genossenschaften bei vielfältigen Aufgabenstellungen - z.B. Medizinische Versorgung oder Unternehmensnachfolgen eine wirksame Hilfe sein“.

Stefan Lohmeier, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank eG aus Bargteheide, unterstrich die Haltung des Genossenschaftsverbandes: „Im Mittelpunkt des Handelns und des Erfolges der Genossenschaften stehen die in ihr tätigen Menschen. Eine gesellschaftlich hohe Wertschätzung dieser Menschen, die zum Start einer Genossenschaft überwiegend ehrenamtlich tätig sind, gilt es zukünftig noch mehr fördern. Dieses kann durch verstärktes Kommunizieren von guter Praxis sowie ökonomischer, ökologischer und sozialen Erfolgen geschehen. Die Politik kann hierfür Plattformen und Formate finanziell und organisatorisch unterstützen, wo der Austausch bestehender Genossenschaften untereinander und die Vernetzung mit regionalen kommunalen Entscheidungsträgern der Kern ist.“

Die Landesregierung selbst erklärte sich am Mittwoch zum Dialog über entsprechende Rahmenbedingungen bereit und sieht im Genossenschaftswesen einen wichtigen Baustein, um die Herausforderungen im ländlichen Raum zu meistern. Hierzu der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Hans-Joachim Grote (CDU): „Wir müssen gar nicht so sehr in die Zukunft schauen. Genossenschaften machen ja bereits jetzt die ländlichen Räume lebenswerter und leistungsfähiger. Aufgrund knapper öffentlicher Mittel stehen viele Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen auf dem Prüfstand. Der Öffentliche Nahverkehr wird ausgedünnt. Aber auch wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten oder die teilweise problematische regionale ärztliche Versorgung sind wichtige Themen. In diesen Bereichen haben sich schon in den vergangenen Jahren Genossenschaften etabliert. Engagierte Bürger haben beispielsweise Genossenschaften gegründet, die ein Dorfgasthaus oder das Schwimmbad betreiben, eine Kindertagesstätte initiiert, einen Bürgerwindpark betreiben oder die Wärmeversorgung des Dorfes in die eigenen Hände genommen haben. Es gibt genossenschaftlich organisierte MarktTreffs. Genossenschaften werden in diesen Bereichen in Zukunft noch wichtiger, als jetzt schon.“

Herr Dr. Sönke Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages sieht insbesondere in der Versorgung des ländlichen Raums ein Betätigungsfeld für Genossenschaften: „Medizinische Versorgung, Nahversorgung, aber auch Mobilität und Glasfaserausbau sind aktuelle Themen. Akzeptanz kann durch Partizipation entstehen. Genossenschaften können so ihren Beitrag zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse leisten.“

„Um von der heutigen Veranstaltung einen möglichst langfristigen Nutzen zu erzielen brauchen wir eine Fortsetzung des Dialogs zwischen allen Beteiligten und Schritte, um die genossenschaftlichen Lösungsmodelle im Land bekannter zu machen und die Rahmenbedingungen beispielsweise über ein Förderprogramm zu verbessern“, resümierte der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbands Barkey. Der Genossenschaftsverband sagte daher zu, in Schleswig-Holstein eine Offensive zur stärkeren Verbreitung genossenschaftlicher Lösungen zu starten und die Vernetzung der Akteure zu forcieren.

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