Förderbanken verhalfen 739 Betrieben zu Investitionen von 1,2 Milliarden Euro

Minister Buchholz und IB.SH-Chef: "Beteiligungsoffensive des Landes zündet"


Obwohl die Wirtschaft in Schleswig-Holstein auch letztes Jahr kräftig brummte, waren die drei schleswig-holsteinischen Förderbanken 2018 durchaus gefragt: Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) – die Finanzierungen von Unternehmen durch Kredite, Eigenkapital und Bürgschaften flankieren – unterstützten 739 Betriebe mit 282 Millionen Euro. Dadurch wurden nach den Worten von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und dem IB.SH-Vorstandsvorsitzenden Erk Westermann-Lammers Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro ausgelöst, über 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 27.000 Arbeitsplätze gesichert. 

„Diese Zahlen und die Tatsache, dass die Hilfen der Förderbanken im Vergleich zu 2017 weniger in Anspruch genommen wurden, zeigen mir: Unserem Mittelstand geht es gut – die Auftragsbücher sind gefüllt – auch wenn die Konjunkturforscher hier und dort leichte Eintrübungen ausmachen“, sagte Buchholz. Besonders erfreulich sei aus seiner Sicht, dass die Beteiligungsoffensive aus dem letzten Jahr mit dem Seed- und StartUp Fonds durchgezündet habe und massiv nachgefragt werde. Buchholz: „Die guten Zahlen machen deutlich, dass Wirtschaftsförderung auch in guten Konjunkturphasen nötig ist, um Marktangebote zu ergänzen.“  

Die drei Förderinstitute des Landes unterstützen Unternehmen, für die der Markt keine auskömmlichen Finanzierungen bietet. „Die Wirtschaftsförderung von Land und Förderbanken dient also keinem Selbstzweck, sondern sie ist bedarfsgerecht und setzt vor allem in schwierigen Phasen ein – etwa nach Gründungen“, so Buchholz. Die enge Zusammenarbeit der drei Institute sei seit Jahren ein bedeutender Wettbewerbsvorteil für die schleswig-holsteinischen Unternehmen.

Buchholz und Westermann-Lammers erinnerten daran, dass das Land mit seiner Beteiligungskapitaloffensive aus 2018 die etablierten Förderinstrumente nochmals gestärkt und neue Akzente durch den vermehrten Einsatz von offenem Beteiligungskapital gesetzt habe. Die Aufstockung des bereits im Markt erfolgreich etablierten Seed- und Start-up Fonds II um vier Millionen Euro zeige bereits nach neun Monaten Laufzeit eine gute Resonanz. Mit dem eingeführten Zinszuschuss von bis zu 60.000 Euro pro Unternehmen für drei Jahre werden vor allem junge und innovative Gründungen finanziell unterstützt. 

Laut IB.SH-Vorstand Westermann-Lammers ist die Finanzierungs­situation für den schleswig-holsteinischen Mittelstand aktuell sehr gut: „Unternehmen mit Finanzierungsbedarf treffen auf Banken und Sparkassen, die mit Kompetenz und hoher Liquidität bereitstehen.“  Im vergangenen Jahr habe es unter anderem ein stabiles Neugeschäft in der Finanzierung des gewerblichen Mittelstands gegeben. Im Bereich der erneuerbaren Energien hingegen sei die gedämpfte Entwicklung anhand der Neugeschäftszahlen sichtbar, erläuterte Westermann-Lammers zusammen mit MBG-Chef Holger Zervas und Hans-Peter Petersen von der Bürgschaftsbank. Dieser Trend sei bundesweit zu beobachten und biete aber gleichzeitig den Förderinstituten die Luft, sich um die drei wichtigen Themen “Existenzgründungen“, „Unternehmensnachfolgen“ und „Innovationsförderung“ zu kümmern.  

Westermann-Lammers wies darauf hin, dass die IB.SH in diesem Jahr zum zweiten Mal den IB.SH-Unternehmerinnenpreis vergeben wird, um Frauen durch das Herausstellen von Vorbildern für eine unternehmerische Tätigkeit zu begeistern. 

Zu den Bilanzen der Förderinstitute im Einzelnen:  

Die IB.SH hat dem gewerblichen Mittelstand 2018 insgesamt 508 (Vorjahr 591) Millionen Euro Förderdarlehen zur Verfügung gestellt. Davon waren 186 (Vj. 207) Millionen Euro direkte Förderfinanzierungen, die gemeinsam mit Hausbanken vergeben wurden, sowie 322 (Vj. 384) Millionen Euro Förderrefinanzierungen. Diese bekommen Banken und Sparkassen von der IB.SH, um günstige Unternehmenskredite zu vergeben. Darüber hinaus hat die IB.SH 63 (Vj. 27) Millionen Euro Zuschüsse aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bewilligt. Als Antwort auf den steigenden Fachkräftebedarf konnte die IB.SH im Bereich der beruflichen Fortbildung mit dem Aufstiegs-BAföG das Rekordniveau des Vorjahres wieder erreichen und mehr als 3.400 Personen fördern.  

Die MBG stärkt mit ihren Beteiligungsprodukten die Eigenkapitalbasis mittelständischer Unternehmen. 2018 hat die MBG wie im Vorjahr rund 120 Unternehmen mit einem Beteiligungsvolumen von 28 (Vj. 21) Millionen Euro begleitet. Damit konnte das beste Neugeschäft seit Bestehen der MBG erzielt werden. Dieses starke Wachstum resultiert vorrangig aus der Begleitung der Expansion von bestehenden Unternehmen. Das von der MBG mitbegleitete Investitions- und Finanzierungsvolumen konnte mit 165 (Vj. 113) Millionen Euro um mehr als 40 % gesteigert werden.  

Damit erfolgversprechende Vorhaben nicht an zu geringen Sicherheiten scheitern, übernimmt die Bürgschaftsbank Ausfallbürgschaften. 2018 wurden 482  (Vj. 469) Unternehmen und Angehörige Freier Berufe mit Bürgschaften unterstützt. Das Neugeschäftsvolumen erreichte dabei mit 95 (Vj. 85) Millionen Euro ein Allzeithoch. Auch die begleiteten 150 (Vj. 142) Unternehmensnachfolgen erreichten mit einem Bürgschaftsvolumen von 39 ( Vj. 36) Millionen Euro einen Höchstwert. Hiervon gingen mehr als 10 (Vj. 14) Millionen Euro an das Handwerk.

 

Drei Beispiele für die Unterstützung der schleswig-holsteinischen Wirtschaft durch die IB.SH, die MBG und die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein finden Sie hier.

 

Das Landesprogramm Wirtschaft bündelt im Zeitraum 2014 – 2020 Fördermittel der Europäischen Union - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie Landesmittel für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein. Mehr Informationen: EU-SH.schleswig-holstein.de

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