Boom bei Qualifizierungen und beim geförderten Mietwohnungsbau

IB.SH legt Zahlen für das Hamburger Umland vor


Im Jahr 2016 sind über die IB.SH insgesamt 533 (Vj. 619) Millionen Euro Fördermittel in die Kreise am Hamburger Rand geflossen. Das geht aus der Förderstatistik der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) für die Kreise Steinburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn hervor. Zu dem Rückgang hat eine geringere Kreditnachfrage der Kommunen und kommunalnahen Unternehmen beigetragen. Die Entwicklung in den einzelnen Kreisen schwankt hier stark und hängt davon ab, wann jeweils größere, über mehrere Jahre laufende Projekte gestartet werden.

Im Bereich Arbeitsmarkt- und Strukturförderung lag 2016 ein deutlicher Schwerpunkt auf der Fortbildung. Aus Meister-BAföG wurde Aufstiegs-BAföG. Seit der Gesetzesnovelle gibt es deutliche Leistungsverbesserungen. Der Zuschussanteil wurde erhöht, der förderfähige Personenkreis erweitert (z.B. um Studienabbrecher und Abiturienten), und die Förderwege wurden entbürokratisiert. In den Umlandkreisen wurden 1.489 (Vj. 827) Aufstiegsmaßnahmen gefördert, davon allein 565 (Vj. 314) im Kreis Pinneberg. „Volle Auftragsbücher der Unternehmen, die Digitalisierung und der demografische Wandel hinterlassen Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften steigt. Qualifizierung hat Hochkonjunktur“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der IB.SH, Erk Westermann-Lammers.

In der Wirtschaftsförderung flossen 2016 insgesamt 69 (Vj. 61) Millionen Euro in die Region. Während es in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Stormarn nur eine geringe Nachfrage nach Förderkrediten gab, stieg sie im Kreis Steinburg von 24 auf 52 Millionen Euro an – davon 44 Millionen Euro Konsortialkredite mit Hausbanken und 8 Millionen Euro Förderrefinanzierung. Der Anstieg ist vor allem auf ein einzelnes Förderdarlehen für ein Unternehmen in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro zurückzuführen.

Bei der Förderung von Unternehmensgründungen bleibt der IB.SH Mikrokredit ein Erfolgsschlager. Der Mikrokredit unterstützt Existenzgründerinnen und Existenzgründer mit Summen zwischen 3.000 und 25.000 Euro. Im Hamburger Umland hat die IB.SH 2016 auf diesem Weg 15 (Vj. 20) Existenzgründungen ermöglicht (Kreis Segeberg 4, Pinneberg 4, Steinburg 2, Stormarn 5).

Die Nachfrage nach Förderkrediten der IB.SH für Immobilien ist in den Umlandkreisen im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr von 290 auf 259 Millionen Euro zurückgegangen. Im Kreis Pinneberg sank die Fördersumme von 111 auf 104 Millionen Euro, im Kreis Segeberg von 89 auf 81 Millionen Euro, im Kreis Stormarn von 51 auf 43 Millionen Euro und im Kreis Steinburg von 38 auf 32 Millionen Euro. In den Kreisen Segeberg und Stormarn ist der Rückgang auf eine niedrigere Bewilligungssumme für Förderdarlehen im Mietwohnungsbau zurückzuführen, in den Kreisen Pinneberg und Steinburg bei Eigentumsmaßnahmen. Die Mittel werden zum einen im Rahmen des Konsortialkreditgeschäfts mit Banken und Sparkassen direkt vergeben. Zum anderen hat die IB.SH eine wesentliche Förderfunktion als Refinanzierungsbank für die regionale Kreditwirtschaft, die aus diesen Förderrefinanzierungen Immobilienkredite an ihre Kunden vergibt.

Bei der Förderung des Mietwohnungsbaus ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vor allem in Gebieten mit einem besonders großen Bedarf eine wichtige politische Aufgabe. Die IB.SH ist Partner der „Offensive für bezahlbares Wohnen“ der Landesregierung mit niedrigeren Zinsen, höheren Förderquoten und vereinfachten Rahmenbedingungen in der Sozialen Wohnraumförderung. Mit dieser Förderung entsteht hochwertiger moderner Wohnraum, der zu günstigen Mietpreisen angeboten werden kann. In den schleswig-holsteinischen Kreisen des Hamburger Umlandes wurden 2016 so Mittel für den Neubau von 304 (Vj. 420) neuen Wohnungen bewilligt (Pinneberg 180, Segeberg 124). Außerdem wurden in der Region Mittel für die Modernisierung oder Sanierung von 4 (Vj. 46) Wohnungen bewilligt.

Das Privatkundengeschäft des Bereichs Immobilien der IB.SH hat das Ziel, Familien die Bildung von Wohneigentum zu ermöglichen und vorhandenes Eigentum zu modernisieren und energetisch zu sanieren. 2016 hat die IB.SH gemeinsam mit den Hausbanken 2.032 (Vj. 2.358) Familien in den Umlandkreisen zu Wohneigentum verholfen (Pinneberg 670, Segeberg 650, Steinburg 198, Stormarn 514). Außerdem wurden rund 215 Sanierungen oder Modernisierungen finanziert.

Das Gesamtvolumen der Förderzusagen der IB.SH erreichte 2016 mit 2,4 Mrd. Euro erneut das sehr hohe Vorjahresniveau. Die Bilanzsumme der IB.SH beträgt stabil 19 (Vj. 18,5) Mrd. Euro. Auch der Zinsüberschuss blieb mit 105 (Vj. 107) Mio. Euro nahezu stabil. Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung blieb ebenfalls weiterhin stabil bei 67 (Vj. 65) Mio. Euro. Es wird mit Ausnahme des Jahresüberschusses von 3 Mio. Euro nahezu vollständig für Maßnahmen zur Stärkung des aufsichtsrechtlich geforderten Eigenkapitals und der Risikotragfähigkeit eingesetzt. Die Eigenkapitalquote beträgt stabil 18,4 Prozent. So kann die IB.SH ihre Förderfähigkeit nachhaltig gewährleisten und den wachsenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben und notwendigen Investitionen in Digitalisierung auch zukünftig entsprechen.

Seit April 2015 betreibt die IB.SH im Auftrag des Landes die Spendenplattform WIR BEWEGEN.SH. Im Jahr 2016 wurden 84 ehrenamtliche Spendenprojekte aus dem ganzen Land veröffentlicht. Die erzielte Erfolgsquote von 76 Prozent ist überdurchschnittlich hoch. Insgesamt wurden in den ersten zwei Jahren über 200.000 Euro auf der Plattform gespendet.

Beispiel eines erfolgreichen Spendenprojekts auf WIR BEWEGEN.SH
Projekt: Lesefreude mit einem Buch schenken
Bedarf: 1.500 €, 1.600 € erreicht (107 %)
Link: https://www.wir-bewegen.sh/project/lesefreude-mit-einem-buch-schenken
Projektstarter: H. Henning Schmidt
Organisation: MENTOR - Der Leselernhelfer Kreis Pinneberg e.V.
Website: www.mentor-pinneberg.de

2017: Deutlich mehr Fördermittel für Mietwohnungsbau nachgefragt

Der geförderte Mietwohnungsbau in den Kreisen am Hamburger Rand kommt in Schwung. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden Fördermittel in Höhe von 51,6 (Vj. 41,8) Millionen Euro für den Mietwohnungsbau in dieser Region bewilligt oder reserviert (Segeberg 23,1/Vj. 19,5, Pinneberg 15,7/Vj. 22,5, Stormarn 9,5/Vj. 0, Steinburg 3,3/Vj. 0 Millionen Euro).

„Die Zahlen verdeutlichen: Der neu eingeführte Zuschuss, der im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung des Landes für den Neubau von Mietwohnungen gewährt wird, zeigt Wirkung“, sagte der Westermann-Lammers. In Verbindung mit den günstigen Baudarlehen der Sozialen Wohnraumförderung können Investoren seit März dieses Jahres zur Sicherung der angemessenen Wirtschaftlichkeit ihrer Neubauvorhaben einen Investitionszuschuss in Höhe von 250 Euro je Quadratmeter geförderter Wohnfläche beantragen. Dafür stehen bis Ende 2018 zusätzlich 34 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Zuschüsse verstärken den Anreiz für Investoren, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Mietwohnungsbau-Projekte (Beispiele)

In Kaltenkirchen (Brauerstraße 8) baut die Böttcher Immobilien GmbH & Co KG für 11,8 Millionen Euro 73 Wohnungen, von denen 71 gefördert werden und deshalb zu einem reduzierten Mietpreis an Berechtigte vermietet werden müssen. Dafür wurden zinsreduzierte Förderdarlehen in Höhe von 8,6 Millionen Euro sowie ein Investitionszuschuss in Höhe von 0,8 Millionen Euro reserviert. Der Baubeginn ist für das 3. Quartal dieses Jahres vorgesehen.

In Wedel (Heinestr.) baut die Adlershorst Baugenossenschaft eG 56 geförderte Mietwohnungen für 10,9 Millionen Euro. Dafür wurden Förderdarlehen von 8,4 Millionen Euro und ein Investitionszuschuss von 0,8 Millionen Euro reserviert. Der Baubeginn ist für den Sommer 2017 vorgesehen.

Ausblick:

Im weiteren Verlauf des Jahres 2017 wird nach Einschätzung der IB.SH bei guter Konjunkturlage und weiterhin niedrigen Zinsen die starke Nachfrage nach Förderfinanzierungen mit langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen anhalten.

Folgende Schwerpunkte in der Geschäftstätigkeit der Förderbank zeichnen sich in diesem Jahr ab:

  • bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen
  • Existenzgründungen und -übernahmen im Zuge der Nachfolge-Problematik ermöglichen
  • den digitalen Wandel vorantreiben

Die zusätzlich zu Förderdarlehen gewährten Zuschüsse sorgen dafür, dass die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus auch im Niedrigzinsumfeld attraktiv bleibt.

Zur Lösung der Nachfolge-Problematik sollen die Aktivitäten rund um das neue Produkt „Gründung und Nachfolge“ gemeinsam mit der Bürgschaftsbank weiter intensiviert werden. Über die Hausbanken werden hierbei zinsgünstige Darlehen von 25.000 bis 500.000 Euro an Enddarlehensnehmer vergeben und mit einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft abgesichert.

Außerdem vergibt die IB.SH 2017 erstmals einen Unternehmerinnenpreis. Frauen gestalten das Wirtschaftsgeschehen immer noch nicht entsprechend ihrer Qualifikation und Potenziale mit und sollen durch den Preis motiviert werden. „Die Ausschreibung ist mit 107 Bewerbungen auf große Resonanz gestoßen. Die Jury hat drei Kandidatinnen nominiert. Die Preisträgerin wird am 23. Juni in Lübeck geehrt“, sagte Westermann-Lammers.

Die Unterstützung des digitalen Wandels in Schleswig-Holstein reicht von der Beratung über Darlehen bis zu Zuschüssen. Die IB.SH-Förderlotsen helfen dabei, die passende Förderung zu finden. Die Angebote zur Unterstützung der Digitalisierung wurden im Internet auf der Sonderseite www.ib-sh.de/digital zusammengefasst. Um einen Überblick über den Grad und die Bedeutung der Digitalisierung im schleswig-holsteinischen Mittelstand zu erhalten, hat die IB.SH eine speziell konzipierte Umfrage durchgeführt.

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Matthias Günther

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Dr. Gabriele Andersen

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