Doppelt hält besser

Durch einen deutsch-dänischen Doppelabschluss werden internationale und sprachlich-kulturelle Kompetenzen in der Grenzregion gefördert.


Auf dem Weg von der Schulbank rein in den Arbeitsmarkt machen viele Jugendliche eine Ausbildung. So ist es sowohl in Deutschland als auch in Dänemark. Während es nördlich der Grenze immer noch viele Jugendliche gibt, die keinen Ausbildungsplatz finden, suchen Unternehmen südlich der Grenze händeringend nach qualifizierten Auszubildenden.

Ist diese Situation nicht eine perfekte Ergänzung? Es gibt zwar auf deutscher und dänischer Seite Unterschiede bei den Berufsausbildungen sowie sprachliche und kulturelle Barrieren. Aber das Interreg-Projekt STaRForCE lebt nach der Devise „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“.

STaRForCE – das steht für „Strong Talents Ready For Crossborder Education“ - ermöglicht deutschen und dänischen Interessierten eine nachhaltige Ausbildung im jeweiligen Nachbarland und gibt somit den Lehrlingen die Möglichkeit, einen deutsch-dänischen Doppelabschluss zu erwerben. Hierdurch erhöhen sich nicht nur die Chancen, auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt einen Job zu finden, sondern verhelfen auch, dem mittelfristigen Bedarf der Unternehmen im Grenzgebiet nach internationalen sowie sprachlich-kulturellen Kompetenzen nachzukommen.

Dem Projekt ist es bereits gelungen, fünf Ausbildungsmodelle für die Berufe: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Elektroniker für Betriebstechnik, Facharbeiter Lagerlogistik, Koch und Fachinformatiker (Systemintegration) zu erarbeiten. Seit 2019 ist das Projekt nun dabei, drei weitere Modelle zu erstellen in den Ausbildungsberufen: Groß- und Außenhandel, Maurer und KFZ-Mechatroniker.

Bisher hat das Projekt 27 Auszubildenden zu einem Lehr- oder Praktikumsplatz im Nachbarland verholfen. Weitere 13 Auszubildende stehen in den Startlöchern, sie sind entweder gerade im Praktikum oder warten auf ihren Ausbildungsvertrag, um dann grenzüberschreitend durchstarten zu können.

Ein Beispiel aus der Praxis

Timo Büschleb (2. v. r.) ist der erste deutsche Azubi im Projekt, der auf die andere Seite der Grenze nach Dänemark ging, um einen grenzüberschreitenden Ausbildungsplatz zu erhalten. Mittlerweile hat er seine 3-jährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel - im Skandinavian Park in Handewitt – erfolgreich abgeschlossen. Zeitgleich hat er in Dänemark bei Bilka ebenfalls seinen Abschluss gemacht.

Im neuen, anschaulichen STaRForCE-Film berichtet er von der großartigen Möglichkeit, die ihm durch das Projekt gegeben wurde, ein Leben in Dänemark kennenzulernen und dass er nun wisse, wie man sich in einem dänischen Beruf zurechtfindet, insbesondere wie sich die Kunden und Kollegen dort von den Deutschen unterscheiden. Die Ausbildung auf beiden Seiten wird ihm im späteren Leben sehr viel weiterhelfen.

StarForCe ist eines von 8 Ausbildungsprojekten, die dazu beitragen sollen, die Deutsch-Dänische Region zu stärken. Insgesamt haben die Projekte ca. 9,3 Millionen Euro Zuschuss von Interreg erhalten.

Das Interreg 5A Projekt STARFORCE ist eine deutsch-dänische Initiative, welches gefördert wird durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

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