Zum Ente-Essen nach Schürsdorf

Gründung und Nachfolge in Schleswig-Holstein

Zum Ente-Essen nach Schürsdorf

Ein feines Knuspern, als das Messer in die kross gebratene Haut schneidet. Der Duft von Entenbraten, der das Restaurant sanft einhüllt, wird intensiver, und Momente später liegen Brust oder Keule auf dem Teller: „Wir tranchieren immer am Tisch“, sagt Frank Berger. Er weiß, wie sehr die Gäste das schätzen. Die Enten sind der Grund, warum sich seit mehr als 30 Jahren Feinschmecker auf den Weg in den Landgasthof Brechtmann nach Schürsdorf nahe Scharbeutz machen. Seit Juli des vergangenen Jahres werden sie hier von Frank Berger bekocht. Er ist der Nachfolger von Gründer Klaus Brechtmann, der sein Haus samt Renommee nur in beste Hände abgeben und den Charakter des Gasthofes gewahrt wissen wollte. 

Der neue Inhaber erfuhr von der Nachfolgersuche während eines Meditationsurlaubs auf der Fraueninsel im Chiemsee: „Ich wollte zur Ruhe kommen, mich neu ausrichten. Mit diesem Vorsatz war ich angereist“, erinnert sich der 54-Jährige. Auf der Insel lernte er einen Unternehmensberater kennen, der im Auftrag Brechtmanns einen Nachfolger suchte. Die zufällige Urlaubsbekanntschaft bestimmte Bergers Zukunft: „Der Wunsch, selbstständig zu sein, war bei mir von Anfang an da“, sagt der Küchenmeister, dessen Vita und Fähigkeiten Brechtmann überzeugten.

Sein Handwerk hat Frank Berger von der Pike auf gelernt. Auf die Ausbildung in der Hamburger Institution Peter Lembke folgten Stationen in der gehobenen Gastronomie, darunter Sterneküchen. Als sich die Option, den Landgasthof Brechtmann zu übernehmen, eröffnete, betrieb er als Pächter ein Bistro in Bad Schwartau und führte einen Partyservice.

Das erste Gespräch mit Klaus Brechtmann fand im Januar 2017 statt, der Kaufvertrag für das Traditionsgasthaus wurde im Juli rechtskräftig. In der Zwischenzeit wurde die Finanzierung geregelt: Ein hoher sechsstelliger Betrag musste aufgebracht werden. 

Inhaber Frank Berger sieht im Erhalt der Tradition und im Respekt vor der Geschichte des Familienbetriebes einen Schlüssel zum Erfolg.
Die Enten sind der Grund, warum sich seit mehr als 30 Jahren Feinschmecker auf den Weg in den Landgasthof Brechtmann nach Schürsdorf nahe Scharbeutz machen.

Bergers Hausbank, die Sparkasse zu Lübeck, finanzierte den erforderlichen Gesamtbetrag. Dabei setzte sie für einen Teil des Finanzierungsbetrages das gemeinsame Förderprodukt „Gründung und Nachfolge in Schleswig-Holstein“ der IB.SH und der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein ein.

Damit unterstützen die Förderinstitute des Landes unter anderem Unternehmensnachfolgen. Die IB.SH refinanziert Hausbanken-Darlehen zu günstigen Konditionen, die Bürgschaftsbank übernimmt gleichzeitig eine Bürgschaft. So wird es für Banken und Sparkassen leichter, Darlehen zu geben. Antragstellung und Bearbeitung werden unkompliziert abgewickelt.

Als alles in trockenen Tüchern war, kochte er eine Woche lang mit Klaus Brechtmann gemeinsam: „Alles sollte genau so sein, wie es die Gäste gewohnt sind“, sagt der neue Inhaber. Der Respekt vor der Geschichte des Restaurants, das nun ihm gehört, ist ein Schlüssel zum Erfolg. Er behielt bei, was die Gäste schätzen. Seine Flugenten lösen das „Brechtmann“-Versprechen ein. Die Inneneinrichtung blieb unverändert. Seine Handschrift ist dennoch zu erkennen: Der Jäger Berger ergänzte die Karte durch Wild und eine vegetarische Kreation. Die Entscheidung für seinen Landgasthof freut ihn Tag für Tag: „Wenn ich durch die Räume gehe und über die Felder sehe, denke ich jedes Mal, wie viel Glück ich habe."

(Stand 2018)

„Ohne diese Möglichkeit hätte ich meinen Traum nicht verwirklichen können.“
Frank Berger

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