Warm von Kopf bis Fuß

Innovationsdarlehen und Zusammenarbeit mit MBG

Warm von Kopf bis Fuß

„Kalte Hände und kalte Füße: Wenn ich unterwegs war, hab’ ich oft gefroren“, erzählt Rustam Ismailov. Bei jemandem mit sibirischen Wurzeln geht man davon aus, dass er Kälte gewöhnt ist. Doch der 30-Jährige, der seit seiner Kindheit in Schleswig-Holstein lebt, gehört wie viele bei uns zu den kälteempfindlichen Menschen. „Kleidung, die mich wärmt, und zwar genau so wärmt, wie ich es will – das fehlte mir.“ Rustam Ismailov recherchierte. Beheizbare Kleidung gab es schon –  allerdings keine intelligente. Der studierte Wirtschaftsingenieur begann 2014 gemeinsam mit externen Programmierern, eine Lösung zu entwickeln.

Zwei Jahre später waren die ersten Prototypen fertig: wasserdichte Skihandschuhe, Wollmützen aus Kaschmir und ergonomisch geformte Einlegesohlen, in denen Heiz drähte eingewebt und aufladbare Lythium-Polymere-Batterien sowie Bluetooth-Chips eingearbeitet waren. Die Heizdrähte dieser Kleidungsstücke lassen sich über eine App via Bluetooth steuern – und zwar stufenlos. Aber auch das moderne Design und die hochwertigen Materialien machen die Kleidung besonders. Vom enormen Marktpotenzial dieser digital vernetzten Kleidung war Ismailov derart überzeugt, dass er seinen gut bezahlten Job bei einem Medizintechnikunter nehmen in Lübeck aufgab, sein Erspartes zusammenkratzte und sich ganz auf die Selbstständigkeit einließ. Er gründete die Firma Vulpés. Dabei unterstützte ihn seine 25 Jahre alte Freundin Johanna Wiese, die sich um die Entwicklung des Designs und das Marketing des Start-ups kümmert.

Nie mehr frieren: Das Kieler Start-up Vulpés entwickelt und vermarktet intelligente, beheizbare Kleidung mithilfe des IB.SH Innovationsdarlehens.
"Für innovative Unternehmen ist es oft besonders schwierig, Darlehen zur Finanzierung ihres Vorhabens zu bekommen. Denn für ihre meist neuen Produkte müssen erst Märkte erschlossen werden. Mit dem IB.SH Innovationsdarlehen übernehmen wir 70 Prozent des Risikos und stellen der Hausbank günstige Refinanzierungsmittel zur Verfügung", so der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers über das Förderprodukt.
Dank beheizter Mütze, Handschuhen und Einlegesohlen wird aus eiskaltem Vergnügen ein heißer Spaß. Das Besondere: Die Temperatur lässt sich stufenlos über das Smartphone regulieren.

Für die weitere Entwicklung, die Produktion, die Zulassungskosten und Zertifikate benötigte das Start-up Kapital in sechsstelliger Höhe. In der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ präsentierten die beiden Gründer ihr Geschäftsmodell und wollten für 200.000 Euro zehn Prozent der Firmenanteile abgeben. Die „Löwen“ wollten jedoch nicht in das vielversprechende Konzept investieren. „Wir haben durch diesen Auftritt dennoch viel erreicht. Er hat uns ein enorme Aufmerksamkeit verschafft: am selben Tag waren mehr als 65.000 Besucher auf unser Website“, erinnert sich Johanna Wiese.

Kurz darauf konnten Ismailov und seine Partnerin die Kieler Volksbank und die IB.SH für ihre Geschäftsidee gewinnen: Das Darlehen der Hausbank für das Projekt wird abgesichert und refinanziert durch ein IB.SH Innovationsdarlehen. Für Vulpés bedeutete das konkret: 200.000 Euro zu einem Zinssatz von 5,57 Prozent. Weitere 100.000 Euro kamen von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft als stiller Gesellschafter. Außerdem konnte Ismailov zwei private Investoren zu einem Investment in Höhe von je 50.000 Euro bewegen. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass sich die Investitionen auszahlen werden:  2017 verzeichneten die Kieler Vorbestellungen für über 100.000 Euro. Bei der Internationalisierung wird das Start-up durch das Enterprise Europe Network bei der IB.SH unterstützt. Für ihr digital vernetztes System hat Vulpés bereits zahlreiche Kooperationsanfragen von international tätigen Unternehmen und Forschungsinstituten erhalten. 

(Stand 2018)

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