Nicht auf Sand gebaut

Infrastrukturförderung

Nicht auf Sand gebaut

Es gibt Projekte, für die der Boden erst bereitet werden muss. Für den Ausbau des Skandinavienkais in Lübeck­-Travemünde trifft genau das zu – und zwar nicht (nur) im übertragenen Sinn, sondern buchstäblich. Denn wo  aktuell eine moderne 16 Hektar große Verkehrsfläche mit drei Hallen und Zuwegung entsteht, erhob sich bis vor einem Jahr ein rund 13 Meter hoher Hügel: „Holsteiner Endmoränenlandschaft“, erklärt Arend Schäfer, Architekt und Projektleiter für die Hansestadt Lübeck, Lübeck Port Authority (LPA), vom Rand der verbliebenen Anhöhe aus. Hier oben stehen die Container, in denen das Unternehmen „Flächenausbau Skandinavienkai Lübeck­-Travemünde“ koordiniert wird.

Wer aus dieser Höhe auf das freigeräumte Areal blickt, der ahnt, was es bedeutet, 1,4 Millionen Kubikmeter Boden abzutragen. Das Land Schleswig­-Holstein fördert diese Flächenvorbereitung aus dem Landesprogramm Wirtschaft über die IB.SH mit insgesamt 28,5 Millionen Euro.

Im Mai 2018 rollten die Bagger an, und mit ihnen kam eine Flotte von 35 XXL­-Dumpern, speziell ausgelegt für diese Herausforderung. Bis zum Herbst fuhren sie jeden Tag zwischen dem künftigen Hafengelände und der zwei Kilometer entfernten Possehl­-Kiesgrube hin und her, beladen mit durchschnittlich 10 Kubikmetern (das entspricht 18 Tonnen) eiszeitlichem Geschiebemergel, der in die ehemalige Kiesgrube nahe dem Dummersdorfer Ufer verbracht wurde. „Die Dumper standen hier in Reihe wie an der Essensausgabe“, so beschreibt Arend Schäfer das Bild.

Für den Ausbau des Kais wurden 1,4 Millionen Kubikmeter Boden abgetragen. | Foto: Anna Leste-Matzen
Drei Hallen sollen bis Ende 2020 auf der neu geschaffenen Fläche entstehen. | Foto: Anna Leste-Matzen

Tiere wurden umgesiedelt

Alles lief glatt, nicht einmal die Kröten, Lurche oder Schlangen vom Dummersdorfer Feld nahmen Schaden: „Dafür wurden Krötenschutzzäune installiert, und ein Mitarbeiter hatte die Aufgabe, die Tiere, die sich dort gesammelt hatten, auf die andere Seite überzusetzen“, berichtet Annette Höhn. Die Bauingenieurin und Leiterin der Abteilung Hafenbau der LPA war schon beim ersten Bauabschnitt der Hafenerweiterung dabei, der 2007 abgeschlossen wurde.

Auf der Hafenerweiterungsfläche sorgen Drainagen und kilometerlange Rohre für die Entwässerung. Sand und Kalk-­Zement-­Gemische sowie schließlich 50 Zentimeter Schotter stellen die Tragfähigkeit des Untergrunds her. Darauf wird dann das Bodenpflaster verlegt. Auf so präpariertem Grund werden die Logistikhallen mit stolzen Maßen von 80 mal 300 Metern und 80 mal 235 Metern stehen, außerdem wird eine 5000 Quadratmeter große Fährhalle für die Zwischen lagerung der Schiffsfracht direkt an der Anlegestelle  entstehen. Läuft weiterhin alles plangemäß, sind die Arbeiten an der ersten Logis tik­ und der Fährhalle im Herbst 2019 abgeschlossen. Als Bauende für die zweite Teilfläche samt Halle ist Ende 2020 anvisiert.

Auch der Berufsnachwuchs interessiert sich für das Bauvorhaben auf Lübecks größtem Terminal: „Die Technische Hochschule Lübeck macht Exkursionen hierher“, erzählt Annette Höhn. Ein Interesse, das sie freut und dem sie gern entgegenkommt – ist doch alles auf solidem Grund gebaut. 

(Stand 2019)

Ansprechpartner Infrastrukturförderung im Landesprogramm Wirtschaft

Katharina Lhuissier
Katharina Lhuissier
Beratung und Bewilligung
Nina Pesarra
Nina Pesarra
Beratung und Bewilligung
Kevin Auffenbauer
Kevin Auffenbauer
Beratung und Bewilligung
Holger Seidel
Holger Seidel
Beratung und Bewilligung
Oliver Strauch
Beratung und Bewilligung

Beratungs- und Bewilligungsteam Infrastrukturförderung

0431 9905-2020

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