Landesprogramm Arbeit

Das Landesprogramm Arbeit ist das Arbeitsmarktprogramm des Landes Schleswig-Holstein. Es wird zu einem großen Teil mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. In der Förderperiode 2014 - 2020 wird im Rahmen des Ziels Investitionen in Wachstum und Beschäftigung das gesamte Gebiet von Schleswig-Holstein erfasst. Das übergeordnete Ziel des Landesprogramms Arbeit ist die Fachkräftesicherung und – gewinnung in Schleswig-Holstein. Darüber bietet das Programm Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen. Weitere Maßnahmen fördern das Potential junger Menschen. Das Programm unterstützt insbesondere schleswig-holsteinische Betriebe und deren Beschäftigte, Existenzgründerinnen und -gründer, Auszubildende, Schülerinnen und Schüler sowie Arbeitslose und Nichterwerbstätige, die in den 1. Arbeitsmarkt zurück wollen.


Schwerpunkt A

Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte

Die Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte ist das strategische Ziel im Schwerpunkt A. Hierfür stehen zur Erhöhung der Gründungskompetenz Arbeitsloser und Nichterwerbstätiger, der Aktivierung der Beschäftigungspotenziale von Frauen sowie der Aktivierung von Unternehmen und Verbesserung der fachlichen Qualifikation von Beschäftigten zur Fachkräftesicherung folgende Aktionen bereit: 

  • Beratung von Unternehmen im Hinblick auf Fachkräftesicherung
  • Entwicklung neuer Qualifizierungsmodule sowie darauf basierende Weiterbildung in speziellen Branchenkompetenzfeldern
  • Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit
  • Beratung von Frauen mit dem Ziel der Aktivierung von Beschäftigungspotentialen

Schwerpunkt B

Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und Diskriminierung

Einen Beitrag zur sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung in Schleswig-Holstein sollen die Aktionen des Schwerpunkts B leisten. Benachteiligte und am Arbeitsmarkt unterrepräsentierte Personengruppen sollen eine zukunftsfähige Perspektive auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Im Fokus der Förderung liegt die Integration benachteiligter Personengruppen in Ausbildung bzw. den Arbeitsmarkt sowie die Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Personen:

  • Qualifizierung, Begleitung und Vermittlung benachteiligter Personen in den Arbeitsmarkt
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für jugendliche Strafgefangene
  • Informations- und Beratungsangebot für Analphabeten sowie Sensibilisierung von Unternehmen und Betriebsräten in der Arbeitswelt für das Thema Analphabetismus 

Schwerpunkt C

Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenzen und lebenslanges Lernen

Auf die Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenzen und lebenslanges Lernen zielt der Schwerpunkt C ab. Umgesetzt werden Förderangebote, die ausgerichtet sind auf die Verbesserung der Anschlussperspektiven junger Menschen am Übergang Schule-Beruf, die Verbesserung der beruflichen Perspektiven von abbruchgefährdeten Auszubildenden und Ausbildungsabbrecher/-innen, die Unterstützung der beruflichen Weiterbildung sowie die Verbesserung der Ausbildungskapazität von Unternehmen:

  • Potentialanalyse und das Coaching von Schülerinnen und Schülern beim Übergang in die Berufswelt
  • Maßnahmen zur Entwicklung und Stärkung individueller und sozialer Kompetenzen von jungen Menschen unter 25 Jahren ohne Schul- oder beruflichen Abschluss
  • Beratung und Betreuung benachteiligter Jugendlicher während der Ausbildung bei Konflikten im Ausbildungsverhältnis
  • Förderung der beruflichen Weiterbildung
  • überbetriebliche Lehrlingsunterweisung für Lehrlinge, die in Unternehmen des Handwerks in Schleswig-Holstein ausgebildet werden

ESF-Jahresveranstaltung 2018

„Chancen und Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Migranten“ lautete das Thema der diesjährigen ESF-Jahresveranstaltung am 22. November im Kieler Wissenschaftszentrum. 

Die  etwa 130 Besucherinnen und Besucher erhielten einen praxisnahen Einblick in die Arbeit mehrerer Projekte. Vorweg gab es wissenschaftliche Erkenntnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dr. Kotte vom IAB Nord wies einerseits auf eine hohe Motivation und einen Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter den Geflüchteten aus den TOP- 8 Asylherkunftsländern hin, benannte aber andererseits als nach wie vor größte Herausforderungen die fehlenden Sprachkenntnisse und die schlechte Vorbildung. 

Den Praxisbezug lieferte eine moderierte Gesprächsrunde im zweiten Teil der Veranstaltung, in der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer  über ihre Erfahrungen sprachen. Vorgestellt wurden dabei aus dem ESF-geförderten Landesprogramm Arbeit „Frau & Beruf“, das Projekt „Tagwerk“ der bequa Flensburg mbH zur Integration Langzeitarbeitsloser, das „Handlungskonzept PLuS“ und die „Regionale Ausbildungsbetreuung“ sowie das vom Land geförderte Beratungsnetzwerk „Alle an Bord!“ und das Projekt „Ausbildung und Integration von Migranten“ (AIM) der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein e.V.

Die Gesprächsrunde bestätigte die Aussagen vom IAB: Der wichtigste Schritt zur Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sei der Spracherwerb. Dieser könne in Integrations- und Sprachkursen begonnen und in einer beruflichen Ausbildung, z.B. vor dem Beginn eines Studiums, weiter gefestigt werden. Im Rahmen des Coachings und der Berufsorientierung von Jugendlichen sei zudem die Elternarbeit aufgrund des Einflusses der Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder sehr wichtig. Für die Zukunft käme es darauf an, die schon erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrierten Geflüchteten und Migranten in nachhaltigere Beschäftigung zu bringen, denn ein großer Teil übe derzeit nur „Helfertätigkeiten“ aus. 

Die Projektteilnehmer beeindruckten mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem hohem Engagement. Einer der Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Ich möchte in Deutschland meinen Weg machen. Wenn ich motiviert bin, dann schaffe ich das auch!“

Europäischer Sozialfonds für Deutschland

Neben dem „Landesprogramm Arbeit“ bietet auch der Bund mit dem ESF-Bundesprogramm Förderungsmöglichkeiten, die für schleswig-holsteinische Projektträger von Interesse sein können.

Das von der EU-Kommission genehmigte Operationelle Programm des ESF für Deutschland (ESF-OP des Bundes) hat in der Förderperiode 2014 – 2020 ein finanzielles Volumen von rund 2,7 Milliarden Euro (ESF-Mittel).

  • 38 Prozent der Gesamtmittel fließen in die Förderung der sozialen Integration und die Bekämpfung der Armut.
  • In Bildung, Kompetenzen und lebenslanges Lernen werden 33 Prozent der Mittel investiert.
  • Ein Viertel der verfügbaren Mittel fließt in die Förderung einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Beschäftigung.
An den Förderangeboten sind fünf Bundesministerien beteiligt:
  • Arbeit und Soziales
  • Bildung und Forschung
  • Wirtschaft und Energie
  • Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Weitere Informationen zu den einzelnen Förderangeboten und zu den Förderbedingungen finden Sie hier: www.esf.de.


Erfolgsgeschichten

Abheben Richtung Zukunft

Abheben Richtung Zukunft
Produktionsschule gibt Jugendlichen eine neue Chance
Erfolgsgeschichte lesen

Ansprechpartner bei Fragen zum Landesprogramm Arbeit

0431 9905-2222

Downloads als Hilfestellung für Antragsteller und Zuwendungsempfänger

Zur Hilfestellung von Antragstellern und Zuwendungsempfängern im Rahmen des Landesprogramms Arbeit hat das Arbeitsministerium einen praktischen Leitfaden entwickelt. Dieser soll helfen, die wichtigsten Fragen bei der Beantragung der Förderung und Durchführung der Vorhaben zu beantworten.

Weiterführende Vorschriften, Bestimmungen und Verordnungen

Am 20.12.2013 wurden im Amtsblatt der Europäischen Union die Verordnungen veröffentlicht, welche den inhaltlichen und rechtlichen Rahmen für die Ausgestaltung der Operationellen Programme in der Förderperiode 2014-2020 bilden.

In Ergänzung zu den Verordnungen hat die EU Kommission eine Reihe von delegierten Verordnungen und Durchführungsverordnungen erlassen.

Daneben können im Rahmen des Landesprogramms Arbeit unter anderem folgende landes- und bundesrechtliche Vorgaben einschlägig sein.

  • LHO SH - Landeshaushaltsordnung Schleswig-Holstein
  • ANBest-P - Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung
  • ANBest-K - Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an kommunale Körperschaften
  • Gesetz zur Aufhebung des Landesmindestlohns
  • TTG - Tariftreue- und Vergabegesetz Schleswig-Holstein
  • SHVgVO - Landesverordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Schleswig-Holsteinische Vergabeverordnung)
  • GWB - Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
  • VgV - Vergabeverordnung
  • LBeschO - Landesbeschaffungsordnung