Pack den Müll in den Tank

Start-up

Pack den Müll in den Tank

Die Welt hat ein Müllproblem. Und sie braucht nachhaltig gewonnene Rohstoffe. Das Angebot des Start-ups Infinite Fuels kommt da gerade recht: Das Unternehmen aus Borgstedt in Schleswig-Holstein hat eine Technologie entwickelt, die Abfall in Rohstoffe umwandelt. „Wir kombinieren  existierende Verfahren zur Vergasung von organischen Substanzen und zur Gewinnung von Wasserstoff im Kontext der kommunalen Müllverwertung neu“, erklärt Matthias Müller, verantwortlich für Strategie und Unternehmensentwicklung bei Infinite Fuels. „Auf diese Weise können wir aus Müll hocheffiziente und saubere Produkte herstellen.“

Geeignet ist jeglicher Abfall, der organische Bestandteile hat. Mit der neuen Technologie entsteht daraus zunächst ein Synthesegas, das dann in Produkte wie Wasserstoff, Kerosin, Diesel oder Düngemittel umgewandelt wird. Diese liefert Infinite Fuels unter anderem an Airlines, Betreiber von Wasserstoff-Fahrzeugen oder landwirtschaftliche Betriebe.

Förderung durch die EU

Gegründet wurde Infinite Fuels 2014, drei Jahre später stellte das Start-up seine Technologie einem Fördergremium der EU vor. Das so genannte LIFE-Programm unterstützt innovative Projekte, die zur Lösung europäischer Umweltprobleme beitragen. „Wir konnten 
nachweisen, dass unserer System Problemstoffe in nachhaltige Rohstoffe umwandelt – und das in höchster Qualität“, erklärt Müller. Das Konzept überzeugte, und im Mai 2018 unterzeichnete Infinite Fuels mit der EU einen Fördervertrag über sechs Millionen Euro. Für die Auszahlung des Vorschusses von 900.000 Euro zum Start des Projekts verlangte die EU eine Bankgarantie in gleicher Höhe. Dank der Unterstützung der IB.SH, insbesondere des Enterprise  Europe Networks und des Bereichs Firmenkunden Finanzierung, konnte Infinite Fuels die verlangten Sicherheiten bieten, und die Bankgarantie wurde bewilligt. 

Weltweite Ressourcen

Die erste Anlage von Infinite Fuels geht Ende 2020 in Rendsburg in Betrieb. Die Pläne des Start-ups gehen jedoch weit über die Landesgrenzen hinaus: In zehn Jahren möchte das Unternehmen EU-weit aktiv sein. Seinen eigentlichen Auftrag für die Zukunft, so Müller, sieht Infinite Fuels aber vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern mit großem Müllproblem und Bedarf an Diesel oder Kerosin. „Diese Länder sitzen nicht einfach nur auf einem Berg Müll, sondern auf einer Riesenressource – und die können wir nutzen“, sagt der Stratege. Große Pläne eines noch jungen Unternehmens, dessen Technologie der Umwelt nachhaltig zugute kommt. Also: Her mit dem Müll! 

(Stand 2019)

Dank der Unterstützung der IB.SH, insbesondere des Enterprise Europe Networks und des Bereichs Firmenkunden Finanzierung, konnte Infinite Fuels die verlangten Sicherheiten bieten, und die Bankgarantie wurde bewilligt.

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