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Auf neuen Wegen - Dithmarschen plant ÖPP-Projekt mit 100 Kilometer Kreis- und Landesstraßen

Foto Dithmarschen

Die Karte zeigt viel Grün, etwas Gelb und nur wenig Rot. „Unsere Situation ist ganz gut. Noch…“, sagt Landrat Dr. Jörn Klimant beim Blick auf die Übersichtskarte der Straßen in seinem Kreis Dithmarschen. Damit das so bleibt und das Rot möglichst aus der Karte verschwindet, wollen Klimant und sein Leitender Kreisverwaltungsdirektor Dr. Rolf-Oliver Schwemer neue Wege gehen. Von den 385 Kilometern Landesstraße und 338 Kilometern Kreisstraße sollen 100 Kilometer gemeinsam mit dem Land in ein ÖPP-Projekt eingebracht werden.

 

Denn Dithmarschen hat das gleiche Problem wie alle Straßenbesitzer im Land: „Seit 1998 hat es keine Mittelerhöhung für den Straßenbau mehr gegeben. Und auch in absehbarer Zeit wird dafür nicht mehr Geld zur Verfügung stehen“, weiß Klimant. Derzeit gibt der Kreis knapp zwei Millionen Euro für die Wartung und
Instandhaltung der Kreisstraßen aus. Durch die ständig steigende Belastung der Straßen wächst der Sanierungsstau aber immer bedrohlicher an. „Die bisherige haushälterische Sicht auf den Straßenbau ist nicht optimal“, erklärt Schwemer. Die kurzfristigen finanziellen Möglichkeiten diktieren das Arbeitsprogramm, nicht die langfristige strategische Ausrichtung. „Deshalb halten wir ein langfristiges ÖPP-Modell für eine denkbare Variante“, erklärt er. Geprüft wird Planung, Betrieb und Erhaltung für bis zu 30 Jahre mit einem privaten Partner abzuwickeln. Die Straßen bauwirtschaft hat bereits grundlegendes Interesse signalisiert.

 

Bei ihrem Reformprojekt gehen Klimant und Schwemer präzise und analytisch vor. Zunächst einmal wurden der Zustand und die voraussichtliche Lebensdauer der Straßen im Kreis systematisch erfasst und bewertet. Aus diesen Daten wurde ein 10-Jahres-Plan für Sanierung und Unterhalt erstellt, der unter anderem eine Reihenfolge der dringlichsten Sanierungen enthält.

 

„Es geht nicht danach, wer am lautesten nach einer Sanierung schreit, sondern welche Straßen objektiv dran sind“, sagt Klimant. Für rationale Entscheidungen brauche man eine vernünftige Datenbasis. Auf der empirischen Grundlage steht auch der Plan zur Partnerschaft mit einem Privaten. „Warum sollen wir nicht das vorhandene Know-how, das Management und das Kapital von Unternehmen nutzen?“, fragt Schwemer. Wahrscheinlich baue ein am Risiko beteiligter Privater die Straßen noch solider als sonst. „Da werden vielleicht auf die Mindestvorgaben der Verschleißdecke noch etwas draufgepackt“, meint Schwemer.

 

Sein Landrat hofft, einen guten Part ner für eine vertrauensvolle Zusammen arbeit zu finden. Die Vorteile einer Öffentlich Privaten Partnerschaft wurden in Zusammenarbeit mit der Investitionsbank geprüft. Denn es gehe nicht darum, bloß das Risiko auf einen privaten Investor zu verschieben, betont Klimant. Beide Seiten sollen durch ÖPP vor allem Planungssicherheit durch eine umfassende Bewertung der Kosten während des gesamten Lebenszyklus der Straßen bekommen. „Denn das wichtigste bei ÖPP ist das letzte P – die Partnerschaft“, sagt der Landrat.

 

Projektdaten

Projektbeschreibung  Betriebsdienst und Erhaltung von 100 km Kreis- und Landesstraßen
Sektor  Straßenbau
Auftraggeber  Kreis Dithmarschen
Ansprechpartner  Landrat Dr. Jörn Klimant
Dr. Rolf-Oliver Schwemer

 

Foto: © Marcus Dewanger

Weiterführende Links

www.dithmarschen.de