Navigation

Inhalt

Pilotprojekt für erstklassige Ausbildung - Kiel plant Regionale Berufsbildungszentren als ÖPP

Foto Kiel

Beim Thema Öffentlich Private Partnerschaften (ÖPP) ist Kiel ganz vorne mit dabei. Die Landeshauptstadt wird in einem beispielhaften Projekt drei moderne Regionale Berufsbildungszentren gemeinsam mit einem Partner aufbauen und betreiben. Das Vorhaben gehört zu den ersten ÖPP-Pilotprojekten der Bundesregierung, die diese beratend unterstützt und finanziell fördert. Auch für die Landesregierung sind die Kieler Berufsschulen ein wichtiger Meilenstein für die ÖPP-Pläne in Schleswig-Holstein. Das Land beteiligt sich deshalb an den Investitions- und Transaktionskosten.

 

Zurzeit lernen Berufsschüler in Kiel nicht unter optimalen Bedingungen. Die Schulgebäude sind sanierungsbedürftig und die technischen Möglichkeiten verbesserungswürdig. Auf 22 Millionen Euro hatte die Immo bilienwirtschaft 2004 den Sanierungsstau an den auf viele Standorte verstreuten Berufs schulen beziffert. „Es war klar, dass wir das Problem angehen mussten“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz. Denn neben dem Sanierungsstau sollte auch der Ausbau der Berufsschulen zu Regionalen Berufsbildungszentren vorangetrieben werden. Auf den ersten Blick wäre es am günstigsten gewesen, die bestehenden Schulen auf ihrem Niveau zu halten. „Das wäre zwar die billigste, aber zugleich auch die schlechteste Variante“, sagt die Oberbürgermeisterin. Denn diese „kleine Lösung“ wäre alles andere als zukunftsfähig. Es musste also eine größere Lösung her, bei der die verstreuten Berufsschulen sinnvoll gebündelt und unter modernen Arbeitsbedingungen untergebracht werden konnten.

 

Für Peter Todeskino, Kiels Bürgermeister, war eine Öffentlich Private Partnerschaft von Beginn an eine große Chance: „Eine erste Wirtschaftlichkeitsberechnung hat gezeigt, dass eine Zusammenarbeit mit einem privaten Partner für die Stadt die günstigste Variante ist.“ Mittlerweile ist das ÖPP-Vorhaben genauer umrissen. Die Berufsschulen der Stadt werden an drei Standorten neu geordnet: Die technischen Berufe werden in Gaarden ausgebildet, am Ravensberg werden die Wirtschaftsberufe untergebracht und am Schützenpark bekommen Bau/Nahrung und Sozialberufe ihre neue Stätte. Dafür werden die bestehenden Gebäude umfassend saniert, es werden zusätzlich moderne Werkstätten und Schulungsräume gebaut und die Ausstattung mit Informationstechnologie auf ein zukunftsfähiges Niveau gebracht. Außerdem bekommen alle drei Standorte eine Mensa. Das Gesamtvolumen des Projektes: 52 Millionen Euro. Nachdem die Stadt sich für das ÖPP-Projekt zunächst einen Berater ausgewählt hat, wird als nächster Schritt nun ein privater Partner gesucht, der die Berufsbildungszentren plant, baut, finanziert und für 25 Jahre bewirtschaftet. Zudem soll sich der Private auch um die Vermarktung von nicht mehr benötigten Immobilien kümmern. „Wir hoffen, dann im Herbst 2008 gemeinsam mit dem Partner den ersten Spatenstich setzen zu können“, erklärt Angelika Volquartz den ehrgeizigen Zeitplan. Wenn alles glatt geht, sollen die Regionalen Berufsbildungszentren in der Landeshauptstadt 2010, spätestens 2011 ihren Betrieb aufnehmen.

Projektdaten

Projektbeschreibung  Regionale Berufsbildungszentren Kiel

Sektor

Schulbau

Projektzeitraum

ca. 25 Jahre

Investitionsvolumen

ca. 52 Mio. Euro

Auftraggeber

Stadt Kiel

Ansprechpartner

Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz
Projektleiter Jörg Amelung 0431 9013511

 

Foto: © Marcus Dewanger

Weiterführende Links

www.kiel.de