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Schwarzenbek macht Schule - Städtisches Gymnasium wird von privatem Investor gebaut und betrieben

Foto Schwarzenbek

Die Symbolik passte: Für einen kurzen Moment schaute sogar die Sonne interessiert aus den Wolken, als Frank Ruppert und Dr. Markus Koch an einem kalten Novembertag 2006 in Schwarzenbek zum Spaten griffen und den Auftakt zu einem landesweit beachteten Bauprojekt gaben. Denn Bürgermeister Ruppert und Bauunternehmer Koch besiegelten mit ihrem Spatenstich für das 22 Millionen Euro teure neue Gymnasium in der 15.000-Einwohner-Stadt im Hamburger Umland keine typische Kooperation zwischen Bauherr und Bauträger, sondern sie vollzogen damit eine auf 25 Jahre angelegte Partnerschaft. Das Schwarzenbeker Gymnasium, das 2008 in Betrieb gehen soll, wird in Öffentlich Privater Partnerschaft (ÖPP) gebaut. Dabei tragen das Bauunternehmen Müller-Altvatter aus Stuttgart, das Dienstleistungsunternehmen Kind aus Reinfeld und die Stadt Schwarzenbek gemeinsam die Verantwortung für den Schulkomplex mit Sporthalle und Kantine. Das Bauunternehmen ist dabei nicht nur für das Errichten des Gebäudes zuständig, sondern übernimmt für die kommenden 25 Jahre die gesamte Instandhaltung, Modernisierung sowie den Betrieb der Schulkantine. Die Stadt überweist dafür jedes Jahr 2,2 bis 2,5 Millionen Euro. Das alte Gymnasium ist sanierungsbedürftig und genügt nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Schule mit Ganztagsangeboten. „Wir werden auch mittelfristig wachsende Schülerzahlen haben – deshalb wollten wir den Neubau“, erklärt Ruppert.

 

Dass der Verwaltungschef dabei mit spitzem Bleistift rechnen muss, versteht sich von selbst. „Wir brauchen vor allem Nachhaltigkeit für unsere Investition“, erklärt Ruppert, warum Schwarzenbek sich dank der Beratung durch die Investitionsbank für das ÖPP-Projekt entschieden hat. Während bei der üblichen Realisierung nur die Kosten für den Bau der Schule in Betracht gezogen werden und die späteren Unterhaltskosten kaum berücksichtigt werden, nimmt die Planung eines ÖPP-Projektes sämtliche Kosten während Bau
und Betrieb der Schule in die Kalkulation auf. „Wir haben jetzt die Sicherheit, dass unser Gymnasium seinen Wert behält. Und wir wissen genau,
was wir dafür zahlen müssen. Das ist nachhaltiges Handeln“, erklärt Ruppert.

 

Nachhaltigkeit ist auch für Dr. Markus Koch das Stichwort. „Wir können für 25 Jahre langfristig planen“, sagt der ÖPP-Experte von der Baugesellschaft Müller-Altvatter. Dass das Unternehmen mit den Projekten Geld verdienen muss, ist klar. Deshalb wird schon bei der Planung der Gebäude jedes folgekostenträchtige Detail berücksichtigt. So wird etwa sichergestellt, dass alle Bodenflächen maschinell gereinigt werden können, dass die verwendeten Baumaterialien beständig und günstig zu pflegen sind. „In einer Vielzahl solcher Dinge liegen die Effizienzgewinne“, erklärt Koch. Um die Schule möglichst wirtschaftlich betreiben zu können, sind natürlich auch die Schülerinnen und Schüler gefragt. Deshalb gibt es ein Anreizsystem: Wenn die Jugendlichen ihre Schule gut behandeln und die jährlichen Instandhaltungsmittel nicht ausgeschöpft werden, bekommen sie Geld für eigene Projekte. „ÖPP ist schließlich eine Partnerschaft – und zu der gehören auch die Schülerinnen und Schüler“, sagt Koch.

Projektdaten

Projektbeschreibung Neubau und Betrieb Gymnasium Schwarzenbek
Sektor  Schulbau
Leistungsumfang  Planen, Neubau, Finanzierung, Gebäudemanagement
Projektzeitraum  25 Jahre ab Nutzungsbeginn
Investitionsvolumen  über 20 Mio. Euro
Auftraggeber  Stadt Schwarzenbek
Bürgermeister Frank Ruppert
Ansprechpartner  Herr Bürgermeister Ruppert
Herr Schmüser

 

Foto: © Marcus Dewanger

Weiterführende Links

www.schwarzenbek.de