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29.03.2017

Geschäftsjahr 2016: IB.SH zieht Bilanz

+++ starke Nachfrage nach langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen +++ Förderbedarf weiter auf sehr hohem Niveau +++ IB.SH vergibt 2,4 Milliarden Euro Fördermittel +++

IB.SH-Vorstandsvorsitzender Erk Westermann-Lammers und IB.SH-Vorstand Dr. Michael Adamska

 

Die Niedrigzinsphase wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Fördermitteln aus. In allen Segmenten ihrer Geschäftstätigkeit verzeichnete die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) eine starke Nachfrage nach langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen. „Unternehmen, Kommunen und private Investoren wollen sich die niedrigen Zinsen möglichst lange sichern. Diese Entwicklung führte sowohl bei der Vergabe direkter Förderdarlehen als auch in der Förderrefinanzierung für die Kreditwirtschaft zu einer starken Nachfrage nach Förderprodukten.

Das Gesamtvolumen der Förderzusagen erreichte daher mit 2,4 Mrd. Euro erneut das sehr hohe Vorjahresniveau“, kommentierte Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der IB.SH, das Jahresergebnis 2016 anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz am 29. März 2017 in Kiel. Mit den Geldern werden Vorhaben in den Bereichen Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung, Kommunalförderung sowie Arbeitsmarkt- und Strukturförderung vorangebracht. Das Bilanzvolumen blieb stabil bei 19 (Vj. 18,5) Mrd. Euro.

Wohnungsbauförderung

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt eine große Herausforderung. Dementsprechend gewichtig war die Förderung des Wohnungsbaus im vergangenen Jahr.

Im Mietwohnungsbau hat die IB.SH 178 (Vj. 177) Mio. Euro Fördermittel vergeben, davon 119 (Vj. 120) Mio. Euro im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung. Mit den Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung wurden der Neubau von 1.058 (Vj. 683) und die Sanierung bzw. Modernisierung von rund 122 (Vj. 482) Wohneinheiten gefördert. Hier gab es eine deutliche Schwerpunktverschiebung zum Neubau. Die Mittel flossen vor allem in die kreisfreien Städte und in die Kommunen im Hamburger Umland. Dort gibt es großen Bedarf an günstigem sozialgebundenen Wohnraum. Entsprechend nutzen Kommunen und Investoren die Fördermöglichkeiten.

Für Eigentumsmaßnahmen hat die IB.SH Fördermittel in Höhe von 393 (Vj. 405) Mio. Euro vergeben. Besonders groß war die Nachfrage nach neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch hier dominierten lange Laufzeiten und lange Zinsbindungen die Nachfrage. Die IB.SH verhalf 4.896 (Vj. 5.460) Familien zu Wohneigentum. Mit rund 700 Wohnungen oder Häusern blieb die Modernisierung oder Sanierung auf dem hohen Vorjahresniveau. Außerdem wurde 710 Mal ein Zuschuss zur Modernisierung bewilligt. Darunter waren 611 Wohneinheiten, die einen Zuschuss für Maßnahmen zum Einbruchschutz erhielten, insgesamt in Höhe von 610.000 Euro.

Auch im Segment der Immobilienförderung erfüllt die IB.SH zusätzlich ihre Förderfunktion als Refinanzierungsbank. 2016 wurden auf diesem Weg 283 (Vj. 208) Mio. Euro den Banken und Sparkassen für Immobilienkredite überwiegend für Privatpersonen bereitgestellt.

Die IB.SH vergab außerdem Zuschüsse für die Städtebauförderung. Dabei geht es vor allem um die Sanierung von Innenstädten und Stadtquartieren. Die Kommunen erhalten je ein Drittel der Förderung vom Bund und vom Land und bringen das restliche Drittel als Eigenanteil ein. 18 schleswig-holsteinische Kommunen erhielten 2016 insgesamt 33 (Vj. 41) Mio. Euro.

Insgesamt stellte die IB.SH dem Wohnungsbau 887 (Vj. 831) Mio. Euro zur Verfügung.

 

Wirtschaftsförderung

Über 2.100 Unternehmen und Gründungs- bzw. Nachfolgeinteressierte nutzten im vergangenen Jahr die kostenlosen Beratungen der IB.SH-Förderlotsen. Unternehmensgründungen und Unternehmensübernahmen bildeten 2016 einen Schwerpunkt in der Wirtschaftsförderung der IB.SH. Motivator sind innovative Ideen und tragfähige Konzepte sowie die Möglichkeit, interessante Unternehmen im Zuge der Nachfolgeregelung zu übernehmen.  Die IB.SH ist mit zwei neuen Förderprodukten in diesem Segment gut aufgestellt. „Mit dem Produkt „Gründung und Nachfolge in Schleswig-Holstein“ unterstützen wir zusammen mit der Bürgschaftsbank Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen, mit dem „IB.SH Innovationsdarlehens“ fördern wir innovative Unternehmen und Start-ups“, sagte Westermann-Lammers.

Insgesamt stellte die IB.SH dem Mittelstand 717 (Vj. 724) Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung. Davon wurden 204 (Vj. 213) Mio. Euro als Konsortialkredite gemeinsam mit den Hausbanken vergeben und 478 (Vj. 457) Mio. Euro Förderrefinanzierungen für Unternehmenskredite an Banken und Sparkassen bereitgestellt. Auch hier wurden überwiegend lange Laufzeiten und lange Zinsbindungen nachgefragt. Die IB.SH kann auf Grund ihres Triple-A-Ratings, das im Überprüfungsprozess 2017 erneut bestätigt wurde, attraktive Konditionen und langfristige Zinsbindungen anbieten, was die Kreditwirtschaft gern in Anspruch nimmt, denn es deckt exakt den Bedarf der Kunden.

Außerdem wurden 35 (Vj. 54) Mio. Euro Zuschüsse aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe bewilligt.

 

Kommunalförderung

Die IB.SH unterstützt die Kommunen dabei, sich in der extremen Niedrigzinsphase mit langfristigen günstigen Krediten Planungssicherheit und Spielraum für anstehende Investitionen zu verschaffen. Das stabilisiert die Kommunalfinanzen. Große Nachfrage gab es auch von kommunalnahen Unternehmen mit einem Schwerpunkt im Breitband-Ausbau. Die IB.SH unterstützt die Landesregierung bei der Umsetzung der Breitband-Strategie. In 363 Gemeinden konnte der Breitbandausbau mit Unterstützung der IB.SH inzwischen abgeschlossen und damit der Zugang zum sehr schnellen Internet geschaffen werden. In über 100 weiteren Gemeinden ist der Breitbandausbau in der Umsetzung. „Damit werden grundlegende Voraussetzungen geschaffen für die fortschreitende Digitalisierung im nördlichsten Bundesland“, sagte Westermann-Lammers. Insgesamt konnte die IB.SH in der Kommunalförderung aufgrund ihres Angebotes mit langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen mit 647 Mio. Euro das gute Vorjahresergebnis von 603 Mio. Euro nochmals deutlich steigern.

 

Arbeitsmarkt- und Strukturförderung

Im Bereich Arbeitsmarkt- und Strukturförderung lag 2016 ein deutlicher Schwerpunkt auf der Weiterbildung. Aus Meister-BAföG wurde Aufstiegs-BAföG. Seit der Gesetzesnovelle gibt es deutliche Leistungsverbesserungen. Der Zuschussanteil wurde erhöht, der förderfähige Personenkreis erweitert und die Förderwege entbürokratisiert. Insgesamt erhielten 3.000 Personen eine Bewilligung, ein Jahr zuvor waren es 2.400. Die bewilligten Mittel betrugen 21 Mio. Euro und übertrafen damit das Vorjahresergebnis von 15 Mio. Euro um 40 Prozent. „Volle Auftragsbücher der Unternehmen, die Digitalisierung und der demografische Wandel hinterlassen Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften steigt. Qualifizierung hat Hochkonjunktur“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.  

Insgesamt wurden im Segment der Arbeitsmarkt- und Strukturförderung sowie der EU-Förderung (Europäische Territoriale Zusammenarbeit) 133 (Vj. 223) Mio. Euro bewilligt oder zugesichert. Die Fördervolumen in diesem Geschäftsbereich werden maßgeblich durch festgelegte Programmbudgets bestimmt.

 

Seit April 2015 stellt die IB.SH im Auftrag des Landes mit der Spendenplattform WIR BEWEGEN.SH ein modernes bürgerschaftliches Instrument zur Verfügung, das Ideengeber und Spender unkompliziert zusammenführt. Im Jahr 2016 wurden 84 ehrenamtliche Spendenprojekte aus dem ganzen Land veröffentlicht. Die erzielte Erfolgsquote von 76 Prozent ist überdurchschnittlich hoch. Seit Mitte 2016 ist der Sparkassen- und Giroverband mit seinen angeschlossenen Sparkassen Premiumpartner der Spendenplattform. Gleichzeitig wurden die Bezahlmöglichkeiten auf der Plattform deutlich ausgebaut. Die neuen Bezahlwege und das Partnerprogramm haben die Spendenplattform noch einmal deutlich vorangebracht. Insgesamt wurden in knapp zwei Jahren über 200.000 Euro auf der Plattform gespendet.

Auch eine Förderbank muss sich dem Wettbewerb um die besten Köpfe auf dem Arbeitsmarkt stellen. Der Ausbau der Arbeitgebermarke steht dabei nach wie vor im Fokus, um auch in Zukunft hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen an die Bank binden zu können. Als familienfreundlicher Arbeitgeber mit dem „Zertifikat berufundfamilie“ wurden zusätzlich Angebote zum Thema Pflege aufgenommen und ein Gesundheitsmanagement eingeführt. Selbstverständlich bleibt die konsequente Investition in Qualifizierung. Zum 31.12.2016 beschäftigte die IB.SH 579 (Vj. 575) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  

Die Bilanzsumme der IB.SH beträgt stabil 19 (Vj. 18,5) Mrd. Euro. Auch der Zinsüberschuss blieb mit 105 (Vj. 107) Mio. Euro nahezu stabil.

Trotz einer Steigerung der Sachkosten konnten die Personal- und Sachaufwendungen insgesamt leicht gesenkt werden. Dies liegt an der Umstellung des Rechnungszinses zur Bemessung der Pensionsrückstellungen.

Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung blieb damit weiterhin stabil bei 67 (Vj. 65) Mio. Euro. Es wird mit Ausnahme des Jahresüberschusses von 3 Mio. Euro nahezu vollständig für Maßnahmen zur Stärkung des aufsichtsrechtlich geforderten Eigenkapitals und der Risikotragfähigkeit eingesetzt. Die Eigenkapitalquote beträgt stabil 18,4 Prozent. So kann die IB.SH ihre Förderfähigkeit nachhaltig gewährleisten und den wachsenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben und notwendigen Investitionen in Digitalisierung auch zukünftig entsprechen.

 

Ausblick:

Im Jahr 2017 wird bei guter Konjunkturlage und weiterhin niedrigen Zinsen die starke Nachfrage nach Förderfinanzierungen mit langen Laufzeiten und langen Zinsbindungen anhalten.

Folgende Schwerpunkte werden in der Geschäftstätigkeit der Förderbank erwartet:

  • bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen
  • Existenzgründungen und -übernahmen im Zuge der Nachfolge-Problematik ermöglichen
  • den digitalen Wandel vorantreiben

 

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wurden die Bedingungen der sozialen Wohnraumförderung für Mietwohnungen im März 2017 durch zusätzliche Zuschüsse verbessert. So bleibt die Förderung des sozialen Wohnungsbaus auch im Niedrigzinsumfeld attraktiv.

Zur Lösung der Nachfolge-Problematik sollen die Aktivitäten rund um das neue Produkt „Gründung und Nachfolge“ gemeinsam mit der Bürgschaftsbank weiter intensiviert werden. Über die Hausbanken werden hierbei zinsgünstige Darlehen von 25.000 bis 500.000 Euro an Enddarlehensnehmer vergeben und mit einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft abgesichert.

Außerdem vergibt die IB.SH 2017 erstmals einen Unternehmerinnenpreis. Frauen gestalten das Wirtschaftsgeschehen immer noch nicht entsprechend ihrer Qualifikation und Potenziale mit und sollen durch den Preis motiviert werden. „Die Ausschreibung ist mit 107 Bewerbungen auf große Resonanz gestoßen. Die Jury wird Anfang Mai drei Kandidatinnen nominieren. Die Preisträgerin wird am 23. Juni in Lübeck geehrt“, erklärte Westermann-Lammers. 

Die Unterstützung des digitalen Wandels in Schleswig-Holstein reicht von der Beratung über Darlehen bis zu Zuschüssen. Die IB.SH-Förderlotsen helfen dabei, die passende Förderung zu finden. Die Angebote zur Unterstützung der Digitalisierung wurden im Internet auf der Sonderseite http://www.ib-sh.de/digital zusammengefasst. Um einen Überblick über den Grad und die Bedeutung der Digitalisierung im schleswig-holsteinischen Mittelstand zu erhalten, führt die IB.SH eine speziell konzipierte Umfrage durch. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang Mai veröffentlicht.

Das Jahresergebnis 2016 habe gezeigt, dass Förderbanken auch in Niedrigzinszeiten gefragt sind. Dabei sei das Finanzierungsangebot der Förderbank immer subsidiär zu sehen, so der Vorstandsvorsitzende. „ Wir wollen uns weiterhin durch Verlässlichkeit und Kreativität auszeichnen und werden auch in 2017 Landes-, Bundes- und EU-Programme gezielt miteinander verzahnen und durch bankeigene Mittel ergänzen. So erhöhen wir die Förderwirkung und richten sie exakt am Förderbedarf aus. Die Vision der IB.SH "Miteinander. Mehr erreichen. Für unser Land" wird von allen Kolleginnen und Kollegen der Bank gelebt und gilt nach innen und nach außen“, sagte Westermann-Lammers abschließend.

 

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