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23.03.2016

Bauboom beflügelt Wirtschaft und Beschäftigung

Neugeschäft der IB.SH um 9 % gestiegen

v.l.: IB.SH-Pressesprecherin Birgit Rapior, IB.SH-Vorstandsvorsitzender Erk Westermann-Lammers, IB.SH-Vorstand Dr. Michael Adamska

 

Der Bauboom hat im Jahr 2015 die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in nahezu allen Bereichen beflügelt und vielen Branchen eine sehr gute Beschäftigungslage beschert. Diese Entwicklung führte zu einer starken Nachfrage nach den Förderprodukten der IB.SH.

Das Gesamtvolumen der Förderzusagen ist auf 2,3 Mrd. Euro gestiegen (2014: 2,1 Mrd. Euro, + 9 %). Mit den Geldern werden Vorhaben in den Bereichen Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung, Kommunalförderung sowie Arbeitsmarkt- und Strukturförderung vorangebracht. Das Bilanzvolumen stieg leicht auf 18,5 (Vj. 18,3) Mrd. Euro.

„Es ist uns gelungen, die richtigen Förderinstrumente anzubieten, die exakt den Bedarf der Menschen, Unternehmen, Kommunen und der Kreditwirtschaft bedienen und eine Risiko senkende Wirkung entfalten", kommentierte Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der IB.SH, das Jahresergebnis 2015 anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz am 23. März 2016 in Kiel.
 

Förderung des Wohnungsbaus

Im Mietwohnungsbau hat die IB.SH 177 Mio. Euro Fördermittel vergeben, davon 120 Mio. Euro im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung. Im Zuge der „Offensive für bezahlbares Wohnen" des Landes verbleibt das Neugeschäftsvolumen in der Sozialen Wohnraumförderung auf hohem Niveau. Damit wurden der Neubau von 731 und die Sanierung bzw. Modernisierung von rund 100 Wohneinheiten gefördert. Die Mittel flossen vor allem in die kreisfreien Städte und in die Kommunen im Hamburger Umland. Dort gibt es großen Bedarf an günstigem Wohnraum und Flüchtlingsunterkünften. Entsprechend nutzen Kommunen und Investoren die Fördermöglichkeiten des Landes und der IB.SH.

Für Eigentumsmaßnahmen hat die IB.SH Fördermittel in Höhe von 405 Mio. Euro vergeben. Besonders groß war die Nachfrage nach neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 9,9 % gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Treiber waren die Wohneigentums- und Modernisierungsprogramme der KfW. Die IB.SH verhalf 5.460 Familien zu Wohneigentum. Mehr als 700 Wohnungen oder Häuser wurden modernisiert oder saniert.

Insgesamt stieg die Immobilienförderung der IB.SH auf 582 Mio. Euro (+12 %).  Auch in diesem Segment erfüllt die IB.SH zusätzlich ihre Förderfunktion als Refinanzierungsbank. 2015 wurden auf diesem Weg 208 (Vj. 206) Mio. Euro den Banken und Sparkassen für Immobilienkredite überwiegend für Privatpersonen bereitgestellt.

Die IB.SH vergab außerdem Zuschüsse für die Städtebauförderung. Dabei geht es vor allem um die Sanierung von Innenstädten und Stadtquartieren. Die Kommunen erhalten je ein Drittel der Förderung vom Bund und vom Land und bringen das restliche Drittel als Eigenanteil ein. 24 schleswig-holsteinische Kommunen erhielten 2015 insgesamt 41 Mio. Euro.

 

Mit ihrer Wirtschaftsförderung hat die IB.SH im vergangenen Jahr zur Schaffung von über 2.000 Arbeitsplätzen beitragen. Das ist ein Plus von 44 %. Die Anzahl der Finanzierungen stieg um 16 % auf 362. Die IB.SH stellte dem Mittelstand 2015 insgesamt 724 Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung. Davon wurden 213 Mio. Euro als Konsortialkredite gemeinsam mit den Hausbanken vergeben und 457 Mio. Euro Förderrefinanzierungen für Unternehmenskredite an Banken und Sparkassen bereitgestellt. Die IB.SH kann auf Grund ihres Triple-A-Ratings, das im Überprüfungsprozess 2016 erneut bestätigt wurde, attraktive Konditionen und langfristige Zinsbindungen anbieten.   

Außerdem wurden 54 Mio. Euro Zuschüsse aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe bewilligt.  

Über 2.200 Unternehmen und Gründungs- bzw. Nachfolgeinteressierte nutzten die kostenlosen Beratungen der IB.SH-Förderlotsen.

Gefördert wurden viele kleine und junge Unternehmen, die nach Ergebnissen verschiedener Studien häufig Finanzierungsprobleme haben. Speziell mit 100 erfolgreich begleiteten Unternehmensgründungen stieg auch die Existenzgründungsförderung (90 in 2014). Der IB.SH Mikrokredit bleibt dabei ein Erfolgsschlager. „Mit dem Mikrokredit können wir auch Gründungen mit sehr geringem Kapitalbedarf unterstützen. Dadurch decken wir die gesamte Bandbreite der Gründungsfinanzierung ab. Das Mikrokredit-Angebot haben wir Anfang 2015 hinsichtlich Fördersumme, Laufzeit und Konditionen nochmals deutlich verbessert", erklärte Westermann-Lammers.

 

Die Förderung der IB.SH unterstützt die Kommunen dabei, sich in der extremen Niedrigzinsphase mit langfristigen günstigen Krediten Planungssicherheit zu verschaffen. Das sorgt für Stabilität der Kommunalfinanzen.

Große Nachfrage gab es auch von kommunalnahen Unternehmen. Hier lag der Schwerpunkt im Breitband-Ausbau. Die IB.SH unterstützt die Landesregierung bei der Umsetzung der Breitband-Strategie. „Wir haben bisher gemeinsam mit den Hausbanken Breitband-Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 530 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Dadurch erhalten 360.000 Haushalte und Gewerbebetriebe Zugang zum sehr schnellen Internet", sagte Westermann-Lammers. Insgesamt konnte die IB.SH in der Kommunalförderung das sehr gute Vorjahresergebnis mit 603 (Vj. 587) Mio. Euro nochmals steigern.

 

Im Bereich Arbeitsmarkt- und Strukturförderung war das Jahr 2015 geprägt durch den Übergang zweier EFRE-Förderperioden. Es ist der IB.SH gut gelungen, die Arbeiten für den Abschluss der auslaufenden EU-Förderperiode zu erbringen und gleichzeitig gemeinsam mit dem Land die Programme der neuen Förderperiode zu starten. Außerdem wurden der Bank zusätzliche Aufgaben übertragen: Die IB.SH unterstützt das Land bei der Umsetzung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KInvFG). Mit dem KInvFG stellt der Bund finanzschwachen Kommunen – über die Länder – Mittel zur Förderung ihrer Investitionstätigkeit zur Verfügung. Das Volumen für Schleswig-Holstein beträgt rd. 100 Mio. Euro für die Laufzeit 2015 bis 2019.

Stark nachgefragt war auch wieder das Meister-BAföG. 2.378 Personen erhielten 2015 eine Bewilligung. Die bewilligten Mittel betrugen 14,7 Mio. Euro. „Das Meister-BAföG leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fach- und Führungskräftenachwuchses", erklärte Westermann-Lammers. Insgesamt wurden im Bereich Arbeitsmarkt- und Strukturförderung 123 (Vj. 98) Mio. Euro bewilligt oder zugesichert.

Die IB.SH hat in der Förderperiode 2014 – 2020 erstmals auch die Aufgabe der Verwaltungsbehörde für das Programm Interreg 5A Deutschland-Danmark übernommen. Nach einem frühen Start im Jahr 2015 konnte der Interregausschuss bereits 18 Projekte mit einem Fördervolumen von 31 Mio. Euro genehmigen.

Im Rahmen der ebenfalls von der IB.SH betreuten Baltic Sea Region Programme wurden im vergangenen Jahr 92 Mio. Euro vergeben.

 

Seit April 2015 betreibt die IB.SH im Auftrag des Landes die Spendenplattform WIR BEWEGEN.SH. Bis Ende 2015 wurden 52 Spendenprojekte aus dem ganzen Land veröffentlicht. Die erzielte Erfolgsquote von 69 % ist im Vergleich zu anderen Portalen überdurchschnittlich hoch. „Mit der Spendenplattform stellt die IB.SH ein bürgerschaftliches Instrument zur Verfügung, das Ideengeber und Spender unkompliziert zusammenführt", sagte Westermann-Lammers. Im ersten Halbjahr 2016 arbeitet die IB.SH mit Hochdruck an einer Erweiterung der Plattform. So sollen neben PayPal weitere Bezahlmöglichkeiten angeboten und ein Partnerprogramm aufgesetzt werden.

 

Die IB.SH hat weiter am Aufbau ihrer Arbeitgebermarke gearbeitet, um auch in Zukunft hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Bank binden zu können. Der eingeschlagene Weg zu einem familienfreundlichen Arbeitgeber mit dem „Zertifikat berufundfamilie" und die Angebote zum Thema Pflege und Gesundheitsvorsorge werden weiter ausgebaut. Außerdem investiert die IB.SH konsequent in Fortbildung und in Fortschritte zur Digitalisierung des Fördergeschäfts.

Zum 31.12.2015 beschäftigte die IB.SH 575 (Vj. 568) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Personalzuwachs war erforderlich, weil die Bank zusätzliche Aufgaben übernommen hat und neue aufsichtsrechtliche Pflichten erfüllen muss.

 

Die Bilanzsumme der IB.SH erhöhte sich leicht auf 18,5 (Vj. 18,3) Mrd. Euro.

Der Zinsüberschuss stieg auf 107 (Vj. 100) Mio. Euro. Die Personal- und Sachaufwendungen stiegen moderat und spiegeln den Personalaufbau und die dadurch induzierten Verwaltungsaufwendungen wider. Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung stieg entsprechend auf 64,7 (Vj. 56,7) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Risiko wird mit Ausnahme des Jahresüberschusses (3 Mio. Euro) vollständig den Rücklagen zur Eigenkapitalstärkung zugeführt. Die Eigenkapitalquote beläuft sich damit auf gute 18,2 %. So kann die IB.SH den wachsenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben auch zukünftig entsprechen und ihre Förderfähigkeit nachhaltig gewährleisten.     

 

Ausblick 

Bei guter Konjunkturlage und weiterhin niedrigen Zinsen sowie niedrigem Eurokurs erwartet die IB.SH 2016 eine anhaltende Investitionstätigkeit der schleswig-holsteinischen Unternehmen. Für die entsprechenden Finanzierungen steht die IB.SH dem Mittelstand gemeinsam mit den Hausbanken zur Verfügung. Der wachsenden Nachfolge-Problematik – erwartet werden 7.000 Nachfolgefälle in den nächsten 10 Jahren - begegnet die IB.SH mit dem neuen Produkt „Gründung und Nachfolge", das seit März gemeinsam mit der Bürgschaftsbank (BB-SH) angeboten wird. Über die Hausbanken werden zinsgünstige Darlehen in Höhe von 25.000 bis 500.000 Euro zur Weiterleitung an Enddarlehensnehmer vergeben und mit einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft der BB-SH abgesichert.

„Nachfolger stehen nicht Schlange. Das neue Produkt hilft, Unternehmensnachfolgen zu ermöglichen", erklärte Westermann-Lammers.

 

In Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium hat die IB.SH ihr Mikrokreditangebot für Flüchtlinge geöffnet. Damit bietet die Förderbank anerkannten Flüchtlingen ein wirkungsvolles Instrument zum Aufbau einer beruflichen Perspektive. So erhalten Flüchtlinge die Chance, ihr mitgebrachtes Know-how in Deutschland einzubringen und sich über eine selbstständige Erwerbstätigkeit schneller zu integrieren.

 

In der Immobilienförderung wird auch 2016 eine starke Nachfrage im Privatkundengeschäft (anhaltend niedrige Zinsen) und im Mietwohnungsbau erwartet. Das Sonderprogramm „Erleichtertes Bauen" des Landes ist seit Januar am Start. Damit soll der Bau von Mietwohnungen ermöglicht werden für Berechtigte der Sozialen Wohnraumförderung und für Flüchtlinge. Das Programm ist ausgelegt auf ein einfaches und schnelles Bauen. „Damit ist Schleswig-Holstein gut aufgestellt, um der wachsenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu entsprechen", erklärte der IB.SH-Chef.

Neben dem Sonderprogramm „Erleichtertes Bauen" wird eine wachsende Infrastrukturfinanzierung erwartet. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen im vergangenen Jahr um 3 % auf 3 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge lagen um 7 % über dem Vorjahreswert, der Wohnungsbau kam auf bemerkenswerte 29 % plus. Auch die Handwerksbetriebe verzeichneten erfreuliche Zuwächse bei Beschäftigungszahlen und Umsatz. Daraus ergeben sich Wachstumsimpulse für 2016, die ein Anhalten des Baubooms erwarten lassen.

 

„Wir verzahnen Landes-, Bundes- und EU-Programme und ergänzen sie durch bankeigene Mittel. Wir bleiben verlässlich und kreativ. So erhöhen wir die Förderwirkung und tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung in Schleswig-Holstein bei", sagte Westermann-Lammers abschließend.

 

Fotodownload:

Pressekonferenz

Portrait Erk Westermann-Lammers

Portrait Dr. Michael Adamska

 

 

 

Pressekontakt

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Tel.: 0431 9905-3448 
Fax: 0431 9905-3344 
birgit.rapior[at]ib-sh.de

Matthias Günther 
stellv. Pressesprecher
Tel.: 0431 9905-3481 
Fax: 0431 9905-3344 
matthias.guenther[at]ib-sh.de

Dr. Gabriele Andersen
stellv. Pressesprecherin
Tel. (0431) 9905-2723
Fax (0431) 9905-3344
gabriele.wandersleb-andersen[at]ib-sh.de

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24103 Kiel

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